Reyhaneh Jabbari oder: Der Kampf um Ehre, bis zum letzten Atemzug (Wolfgang Luley)

Reyhaneh Jabbari muss ein schreckliches, notgeiles, Luder gewesen sein. Da kann man als Mann froh sein, dass sie tot ist. Genauer, sie wurde diesen Samstag gehenkt.

Stellen Sie sich vor, dieses Luder ließ sich vor 7 Jahren von einem Mann in seine Wohnung locken, in der er bereits Kondome und Betäubungsmittel gebunkert hatte und dann – was tut dieses notgeile Luder? Es sticht den Mann nieder und ruft auch noch den Notarzt. Da ist es logisch, dass das oberste Gericht, in Teheran, nur ein Urteil fällen konnte.

Ich gebe zu, so wie ich den Vorgang beschreibe, wirkt der Tathergang absurd. Bedenkt man aber, dass Reyhaneh Jabbari wegen Mordes zum Tode verurteilt wurde und sie – trotz internationalen Protests – hingerichtet wurde, kann man darüber nur absurd schreiben.

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Nicht weniger absurd ist der Umstand, dass sich Frau Jabbari hätte retten können, hätte sie gelogen. Sie hätte nur behaupten müssen, dass der Tote nichts Schmutziges mit ihr hatte tun wollen. Da lockt ein Mann eine Frau in seine Wohnung, hält Betäubungsmittel und auch Kondome bereit, und das Opfer soll nur behaupten, es sei nichts passiert, und schon entgeht sie dem Strang und er der Unehre. Mal ehrlich, wenn ein Staat ein solches Verhältnis zur Ehre hat, wie ernst kann man ihn nehmen? Ich gebe zu, diese Frage ist rhetorisch, gleichzeitig ist sie auch ehrlich gemeint. Bedenkt man die Aussagen des Iran – bezüglich des IS-Terrors – könnte man versucht sein, die iranische Regierung für ehrenhaft zu halten. Wer aber war da nicht schon alles „ehrenhaft!“ Man denke an den IS, der erst von Amerika und Europa mit Waffen unterstützt wurde, damit er gegen Syriens Diktator Assad kämpft und nun erscheint Assad, angesichts der IS-Gräuel, als harmloser Diktatorzwerg. Ehre ist offenbar immer gerade das, was weniger blutig als andere Gräuel erscheint. Tolle Ehre!

Sollte der Iran dem Irak, in seinem Kampf gegen den IS-Terror helfen, (mit Waffen, Soldaten, Geld), ist das ehrenwert; allerdings – und jetzt wird`s weniger ehrenwert – die Soldaten der IS handeln auch nicht anders als der Iran. Wehren sich bei der IS Frauen gegen „fleischliche Beglückung“, erwartet auch sie der Strang – wenn sie Glück haben! Vielleicht kämpft der Irak auch nur deshalb gegen den IS-Terror, damit er – ähnlich wie Assad – einen Diktatorzwerg spielen kann. Ja, Frau Jabbari wurde nicht einfach so kalt gemacht, sie hat vorher noch ihren Prozess bekommen, aber was ist das für ein Prozess, dessen Urteil bereits vorher gefällt ist? Ich gebe zu, diese Frage ist nur rhetorisch gemeint. Insofern ähneln sich der IS und der Iran, wenn auch der Iran mit seinem demokratischen Mäntelchen weniger blutig aussieht als der IS. Selbst wenn der Iran sich gewisse Lorbeeren im Kampf gegen den IS erwerben sollte, mehr als ein Feigenblatt wird das nicht sein. Und an Frau Jabbaris Schicksal ändert es auch nichts mehr. Es bleibt nur die Hoffnung, dass Iranerinnen zukünftig ein Schicksal wie das von Reyhaneh Jabbari erspart bleibt.

Vielleicht hätte Frau Jabbari doch lügen sollen, Ehre ohne einen Funken Leben ist wertlos.

One Reply to “Reyhaneh Jabbari oder: Der Kampf um Ehre, bis zum letzten Atemzug (Wolfgang Luley)”

  1. Ich finde es furchtbar das die arme Frau hingerichtet wurde, zumal meine Freunde und ich gegen die Todesstrafe sind: http://tomorden.npage.de/folter-und-todesstrafe.html
    Wir haben diesbezüglich auch viele Briefe an Menschenrechtsorganisationen geschrieben.
    Ich habe gestern in den Mainstreammedien zum ersten Mal von dem Fall Jabbaris gehört und auch das Martin Schulz in der Öffentlichkeit gegen die Hinrichtung und für die Freilassung protestiert hat.
    Das er gegen die Hinrichtung protestiert hat ist gut; sehr gut sogar!
    ABER das er es öffentlich getan hat lässt nur zwei Schlüsse zu:
    1: Der Mann ist selbstsüchtig und versucht sich als Menschenrechtler zu profilieren, was ich dieser Soziratte echt nicht abkaufe, denn er tut NICHTS gegen die Asylflut und lässt die Völker Europas gnadenlos im Stich; ja fördert sogar noch ihre Not!
    2: Der Mann ist ein Idiot, denn wenn er wirklich ein Interesse daran gehabt hätte diese Frau zu retten, hätte er still und heimlich (inoffiziell) beim Iran protestiert. Es ging immerhin um ein Menschenleben, da ist es besser ruhig, besonnen und diplomatisch vorzugehen. Und vor allem INOFFIZIELL; das heißt, in der Öffentlichkeit die Schnauze halten!!!!
    Denn wenn der Iran diese Frau jetzt nicht hingerichtet hätte (Was sehr gut gewesen wäre), dann hätte der Iran ÖFFENTLICH Schwäche gegenüber der EU und gegenüber einem religionsfeindlichen Sozi gezeigt!
    Und das konnte der Iran sich nicht leisten!
    Jetzt ist die arme Frau tot, der Iran hat “stärke” gegenüber der EU bewiesen und Schulz steht als Menschenrechtler da! Alle haben sozusagen gewonnen, bis auf die arme Frau Jabbaris 🙁
    Die ist ein weiteres Opfer der Systeme EU und Iran.
    Der Iran hat sie hingerichtet und die EU hat es nicht verhindert; dabei hätte besonnenes Handeln a’la Bismarck ihr das Leben retten können.
    Doch irgendwie habe ich das Gefühl die EU und ihr Schulz WOLLTEN GAR NICHT besonnen handlen…

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