Hooligans in Nadelstreifen (Wolfgang Luley)

Hooligans in Nadelstreifen

Wissen Sie, geneigte Leser, warum Politiker nicht als Poeten taugen? Ich sage es Ihnen. Poesie hat mit genauem denken zu tun. Die Vorstellung, ein Poet sei ein Gefühlsmensch, der an einer Blume riecht und dann eine Hymne auf Mutter Natur schreibt, ist altbacken und hat nie gestimmt.

Höre ich die Kommentare und Vergleiche der Politiker, weiß ich nicht immer, was genau die meinen, eines aber weiß ich: genau nachgedacht haben die nicht.

Politiker und ihr Sprachgebrauch: Heute Katja Kipping, Vorsitzende der Linkspartei.

Was verstehen Sie unter einem Hooligan? Einen Glatzkopf in Springerstiefel mit Bierfahne, der unschuldige Passanten anpöbelt? Dieses Bild ist nicht ganz richtig, lassen wir es aber gelten. Der Ausdruck Hooligan stammt aus England und meint einen Rabauken. Früher hätte man zu diesen Leuten Halbstarke gesagt. Das war aber in den 50iger Jahren, heute sagt man zu ihnen Hooligans. Gemeint aber ist das gleiche: Halbstarke, die sich prügeln. Quizfrage: würde ein Poet von harmlosen Rabauken reden? Nein. Erstens weil es absurd ist, prügelnde Leute als harmlos zu bezeichnen und zweitens hätte dieser Bezeichnung nur einen Sinn im Kabarett – als billiger Witz. Frau Kipping aber meint, dass Kabarett auf die Bühne der Politik holen zu müssen. Nein, sie prach nicht von harmlosen Rabauken, sie tat schlimmeres. Sie bezeichnete die Alternative für Deutschland (AfD) als Hooligans in Nadelstreifen. Wir halten fest: Professoren, wie der AfD-Vorsitzende Bernd Lucke, als Kahlschädel, mit Ring in der Nase und auf Streit mit Passanten aus. Absurd? Ja, aber das meint Frau Kipping. Weil heute ein freundlicher Tag ist, will ich – ausnahmsweise – einmal freundlich sein. Was Frau Kipping meint, aber nicht zu denken in der Lage ist, nennt sich „geistiger Brandstifter“. Warum das Frau Kipping nicht gesagt hat, entzieht sich meiner Kenntnis, Vielleicht hat dieses Wort bereits jemand – im Zusammenhang mit der AfD benutzt – und Frau Kipping wollte für Abwechslung sorgen und griff zu Hooligans in Nadelstreifen? Wie auch immer. Sie Griff ins Klo. Sie hätte durchaus von Nieten in Nadelstreifen reden können, so aber muss man Frau Kipping als Kratzbürste im Kleid bezeichnen. (Der Anstand verbietet mir zu schreiben, was ich tatsächlich denke und es wäre sehr unwitzig.) Lassen Sie uns also weiter über ihren Sprachgebrauch reden. Gebrauche ich den Ausdruck: harmloser Rabauke oder Hooligan in Nadelstreifen, nennt man das in der Rhetorik: Oxymoron. Man nehme zwei Begriffe, die sich ausschließen und zwänge sie zu einem Wort zusammen. In Komödien verwendet man den Ausdruck: scharfsichtiger Idiot. Das reizt zum lachen und soll auch. Insofern ist der Ausdruck von Frau Kipping zum lachen, weil er aber ernst gemeint ist, ist der Ausdruck lachhaft. Und leider offenbart Frau Kipping dadurch auch eine Hilflosigkeit. Sie will diffamieren und greift zu Methoden, die im Kabarett geläufig sind. War das nun ein verbaler Griff ins Klo? Ja! Frau Kipping wäre nicht sie selbst, würde sie es nicht schaffen, sich auch noch selbst lächerlich zu machen. Wie gesagt: nicht ich mache sie lächerlich! Nachdem sie mit der Damagogen-Keule auf die AfD eingedroschen hat, fordert sie ein „Bündnis“, das sich dem „demagogischen Gift der AfD entgegenstellt“. Mit Verlaub, wie stellt man sich Gift entgegen? Öffnet man den Mund und trinkt es? Zwar sagt man mir eine blühende Phantasie nach, aber das übersteigt selbst mein Vorstellungsvermögen. Na gut, da ich heute einen freundlichen Tag habe… Was Frau Kipping meint, aber nicht zu denken in der Lage ist, lautet schlicht: die Lügen der AfD müssen widerlegt werden. Warum kann die Frau nicht so reden, dass sie jeder versteht? Ist das wirklich zu viel verlangt? Aber der Knaller kommt noch. Glauben Sie mir, diese Frau setzt noch einen drauf. Sie meinen, das sei unöglich? Da kennen Sie Frau Kipping schlecht. Aber halten wir erst einmal fest, dass Frau Kipping der AfD vorhält, diese sei demagogisch und dann völlig undemagogisch behauptet, die AfD sei ein Hooligan in Nadelstreifen und spritze mit Gift um sich. Und jetzt der Knaller: sie fordert einen „Aufstand der Anständigen“. Das hat mit Politik wenig, dafür aber viel mit Kabarett zu tun. Wer angesichts all der Leiden, die in der DDR verursacht wurden, Sozialismus für eine Lösung hält und sich selbst für Anständig, der besitzt mehr Phantasie, als ich je werde aufbringen können. Wie Frau Kipping auf diese Abwegige Idee verfällt, kann ich mir allerdings schon vorstellen. Linke unterscheiden gerne in „guter“ und „schlechter“ Gewalt. „Gute“ Gewalt war etwa: Diktatur, Unterdrückung der Meinungsfreiheit, Schüsse auf Flüchtlingeund Stasi-Bespitzelung. „Schlechte“ Gewalt war alles, was sich dagegen auflehnte. Von daher wundert es mich nicht, dass sich Frau Kipping für anständig hält. Positiv formuliert: immerhin eine!

Als Poetin ist Frau Kipping eine Null, als Politikerin ist sie ein Nichts und als Kabarettistin ist sie null und nichtig.

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