Je suis Miss Piggy!

Toleranz ist eine Erfindung der Schweine. Jedenfalls kommt mir das so vor. In England will die Oxford University Press (OUP) zukünftig auf alle Bilder von Schweinen und Würstchen verzichten. Laut Selbstaussage des Verlages verkauft der Verlag Bücher in über 200 Länder. Offenbar liegen bei dem Verlag aber die Nerven derart blank, dass sie hysterisch reagieren. Man stelle sich vor: England, das Land, in dem es den „Speakers Corner“ gibt und in dem die Muppet Show gedreht wurde, verzichtet auf seine Meinungsfreiheit. Jeder der will, kann sich im Hyde Park auf diesen Versammlungsplatz stellen und Reden halten. Und die Muppet Show wurde in über 100 Länder ausgestrahlt, wenn das kein Beweis der Meinungsfreiheit ist! Und nun will OUP darauf verzichten!

Diese Hysterie erinnert an Miss Piggy aus der Muppet Show. Jener drallen Schweinedame, die mich bereits als Kind mit ihren hysterischen Ausbrüchen zum Lachen brachte. Und damals, als die Serie lief (1976 bis 1981), zitterte keiner der Produzenten vor religiösen Gefühlen, die verletzt werden könnten oder auch nicht. Nie hätte ich mir träumen lassen, dass Piggy zu einem Symbol für Meinungs- und Glaubensfreiheit taugt. Und doch ist es so! Auf der Onlineausgabe der Welt steht dazu: „Selbst muslimische Unterhausmitglieder konnten die Aktion der OUP kaum fassen. Ein Vertreter des Rates der jüdischen Institutionen in GB betonte, das Judentum verbiete zwar das Essen von Schweinefleisch, nicht aber die Erwähnung oder die Darstellung des Tiers. Man will Schweine im Namen der Toleranz verbieten. Welch Fortschritt!

Die Meinungsfreiheit hat im Schlachthaus der Intoleranz nichts verloren. Wenn man etwas aus dem Attentat von Paris lernen sollte, dann, dass Meinungsfreiheit Schweine braucht. Auch solche, die grunzen! Und wir brauchen Schweine auf Bilder und in Bücher und als Symbol der freien Welt. Ich sage: Votez Miss Piggy pour le president!

Ein Gag noch am Rande: Die Oxford University Press ist ein Wissensverlag. Und jetzt arbeitet er im Dienste der Vorurteile und der Verdummung. Welch Fortschritt!

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Ich selbst werde mir keine Schere im Kopf zulegen. Ein Kopf, der nur als Verzierung auf dem Hals sitzt, ist reiner Luxus. Und Luxus kann ich mir nicht leisten. Sie etwa!

Einen hätte ich noch!

Höre ich das Wort „Toleranz“, kaufe ich mir sogleich ein Sicherheitsschloss.

One Reply to “Je suis Miss Piggy!”

  1. Ganz toll!
    „Selbst muslimische Unterhausmitglieder konnten die Aktion der OUP kaum fassen. Ein Vertreter des Rates der jüdischen Institutionen in GB betonte, das Judentum verbiete zwar das Essen von Schweinefleisch, nicht aber die Erwähnung oder die Darstellung des Tiers. Man will Schweine im Namen der Toleranz verbieten.”
    Ich wette nicht ein Moslem hat sich über die Schweine beschwert, zumal es ja nur um deren Darstellung und nicht ums Essen geht!
    Außerdem…, wenn die Muslime kein Schweinefleisch essen wollen, ZWINGT SIE JA AUCH KEINER DAZU!!!
    Aber unverschämt finde ich es wenn Muslime irgendwo durchsetzen dass kein solches Fleisch mehr verkauft wird 🙁
    Sie wollen das Zeug nicht essen; schön!
    Das müssen sie ja auch nicht, ihre Sache!
    Aber das deshalb anderen zu verbieten; BESCHEUERT! Ich bin Vegetarier und esse ÜBERHAUPT KEIN FLEISCH, aber ich zwinge auch niemanden es mir gleich zu tun! Wie sagte der alte Fritz:
    “Jeder soll nach seiner Facon selig werden.”
    Im Fall “Oxford University Press” gab es aber nicht mal Muslime die sich beschwert haben; die muslimischen Politiker sagen sogar selbst das das Unsinn ist!
    Man muss sich also fragen was diese Oxford University Press sich dabei gedacht hat.
    Sind die so toleranzbesoffen das sie denken wenn ein Moslem oder Migrant in ihrer Gegenwart nur hustet (sich verschluckt hat) er damit sagen will, er fühle sich diskriminiert???
    Ich meine die sehen wohl Diskriminierung schon dort wo gar keine ist und wo nicht mal die vermeintlichen Opfer der Dis. sie sehen!
    Die Leute von Oxford University Press sollten mal zum Selendocktor gehen!

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