Türkei: Linksextremisten nehmen Staatsanwalt als Geisel


Vermutlich Mitglieder der linksextremistischen Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) sind in den Justizpalast in Istanbul eingedrungen und haben einen Staatsanwalt als Geisel genommen. Die bewaffneten Geiselnehmer drohten ihn zu erschießen.

Laut ORF wurde am Abend gewaltsam gegen die Geiselnehmer vorgegangen. Zwei Aktivisten wurden angeblich erschossen, der Staatsanwalt sei schwer verletzt und wird zurzeit notoperiert.

“Die Presse” schreibt:

Nach Medienberichten wurden türkische Spezialkräfte in das Gebäude geschickt. Verantwortlich ist offenbar die linksextremistische Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C). Die verbotene marxistische Gruppierung drohte auf ihrer Website damit, den Juristen umzubringen. Ein Bild zeigt den Mann mit einer auf seinen Kopf gerichteten Pistole.

Der Staatsanwalt führt die Untersuchung über den Tod des 15-jährigen Teenagers Berkin Elvan, der bei den Anti-Regierungs-Protesten 2013 von einem Tränengasgeschoss am Kopf getroffen und den schweren Verletzungen fast ein Jahr später erlegen war.

Die DHKP-C macht die regierende AKP für den Tod des Jungen verantwortlicht. Sein Schicksal hatte im vergangenen Jahr zu heftigen Protesten geführt.
Die Gruppe fordert auf ihrer Netzseite, dass der für den Tod verantwortliche Polizist seine Schuld öffentlich gestehet und alle Beteiligte sich vor einem Volksgericht verantworten.

DHKP-C wird als Terrororganisation eingestuft und war zuletzt im Januar aufgrund eines Selbstmordattentates in einem Istanbuler Touristenviertel im Visier der Medien. Zudem verübte die Gruppe 2013 ein Attentat auf die US-Botschaft in Ankara.

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