1. Mai – die Amis sind Schuld! Eine Geschichtsstunde

Der “moving day” ist es im Ursprung: Zum 1. Mai endeten oder begannen in US-Amerika die neuen Arbeitsverträge. Diesen Tag nahmen dann auch amerikanische Arbeiter zum Anlass um für einen 8 Stunden-Tag zu kämpfen. Revolte, Aufstände führten zu Blut zwei Tage später im Jahre 1886.

Aus diesem Ursprung heraus könnte man die Gewerkschaften in Deutschland verstehen. Wobei – es war in Amerika. Der natürliche Gegner der Linken, den Amerika ist Kapitalismus, Ausbeutung, Rassismus, Imperialismus pur … oder so. Da nimmt man sich doch keinen amerikanischen Streiktag als Vorbild. Und zum Revolutions- als Kampftag wäre der 03. Mai doch bei weitem besser geeignet, wenn schon Amiland, dann richtig!

Also doch die deutsche 1. Mai Geschichte? 1889 beschloss die SPD den 1. Mai für die deutsche Arbeiterbewegung zu sichern – im nächsten Jahr. Also 1890. Schon damals benötigten die Genossen, wenn es um ihre Zielgruppe ging, eben schon etwas länger. Aber dann, 1890, war es soweit: der allgemeine Streik – 100.000 Menschen legten die Arbeit in Deutschland nieder. Ein Schlag ins Gesicht für Bismarck.

Daran also wollen SPD und Gewerkschaften heute daran erinnern? Warum aber lehnt man dann einen Generalstreik ab. Ein Streik der aufzeigen könnte, dass man mit der Kriegs- und Wirtschaftspolitik von BRDeutschland nicht einverstanden ist? Achja, die ehemaligen Arbeiterklassenvertreter stehen heute zu den Konzernen und sitzen selbst am Regierungstisch.

Also weitersuchen. 1919, klingt gut: die Weimarer Republik erhob den 01.05. zum staatlichen Feiertag. Allerdings nur für das Jahr 1919. In den Folgejahren stritt man sich lieber. Die Kommunisten waren für einen Kampftag, die Sozialisten wollten lieber feiern. Diese Uneinigkeit brachte den Arbeiter nur eines: einen Tag mehr Ausbeutung.

1929 – der Blutmai. Die Kommunisten hielten sich nicht an das Demonstrationsverbot am 01. des Monats. 30 Menschen wurden daraufhin von ihnen geopfert. Natürlich im Namen der Arbeiterklasse und dem Kampf gegen das Kapital. Ist das jetzt der Punkt auf den sich wenigstens die Antifa beruft, wenn sie an ihrer “revolutionären 1. Mai Demo” Privatautos anzünden und Schaufensterscheiben zerbersten? Wer sich traut, darf die Antifa-Vertreter ja mal fragen, vom Blutmai will dort niemand mehr etwas wissen. Zumal die KPD eindeutig als Verursacher der Toten feststeht. Aber zur Revolution gehören Opfer, höre ich die folgerichtigen Gedanken. Diese findet die Antifa in Personalunion bei den Polizisten oder Zugbegleitern, die heute Dienst schieben müssen.

Erst 1933 wurde der 1. Mai wieder Feiertag in Deutschland. Wieder von Sozialisten. Aber von den Nationalsozialisten bestimmt. Wahrscheinlich heutige politische Schreibweise: Die Nationalsozialisten instrumentalisierten die Arbeiterbewegungen um den 1. Mai. Dabei hatte sogar Ernst Teddy Thälmann seine Freude an der Umsetzung – aber das ist ein anderes Thema. Zumindest bekannte sich die Nationalsozialistische Arbeiter Partei Deutschlands zu den Arbeitern – und propagierte das auch über die Gesetze und Verordnungen zum 1. Mai – Tag der Arbeit. Am 2. Mai hingegen wurden Gewerkschaftshäuser besetzt und Kommunisten sowie andere politische Gegner festgesetzt.

Man darf ohne Nachfrage behaupten, auch an diesen 1.Mai wollen sich die 1.Mai-Demonstrationsorganisatoren nicht orientieren. Folgerichtiger wäre demnach der 2. Mai als Feier- und Gedenktag.

Die DDR hielt am Kampftag der Arbeiter, am Tag der Werktätigen fest und orderte staatlich organisierte Feste. Auch Bauern und Soldaten durften mitfeiern – nach vollendetem Demonstrationszug sogar Schüler und Studenten.

Westberlin hingegen firmierte 1960 den Tag zum Freiheitsgedenken um. Hielt sich allerdings nicht lange, so dass bereits ein Jahr später der 01.Mai das war, was er heute ist. Ein Feiertag, an dem Genossen viel reden aber wenig sagen. Ein Tag an dem selbsternannte Arbeitervertreter kluge Reden halten, um bereits morgen die Ideen für eine Globalisierungsidee zu verwerfen. Ein Feiertag, in dem linke Sozialisten und rechte Sozialisten aufmarschieren. Mal friedlich mal gewalttätig. Wobei sie sich auch untereinander zu gern an die Gurgel gehen, obwohl beide Seiten das gleiche wollen müssten. Nämlich Wohlstand für den Arbeiter und das Volk. Eben das was SPD bis DGB vergessen.

Andere Arbeiter und Angestellte grillen lieber oder trinken heute die ein oder andere Weinschorle. Auch eine Art “moving day” – wir moven und grooven den Tag entlang, während die US-Amerikaner den ersten Mai in den September verlegten.

Für den Autor dieser Zeilen ist und bleibt der 1. Mai ein Feiertag, aus privaten Gründen. So muss sich der Schreiberling nicht den Irrsinn des einstigen Arbeiterkampftages anschauen, der zur reinen Satire verkommen ist.

 

 

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One Reply to “1. Mai – die Amis sind Schuld! Eine Geschichtsstunde”

  1. Zitat:
    “Ein Streik der aufzeigen könnte, dass man mit der Kriegs- und Wirtschaftspolitik von BRDeutschland nicht einverstanden ist? Achja, die ehemaligen Arbeiterklassenvertreter stehen heute zu den Konzernen und sitzen selbst am Regierungstisch.”
    Ja, ja…, so ist die SPD!
    Verlogen und hinterlistig!
    Erst das BESTE LIED ALLER ZEITEN (nicht sarkastisch, sondern ernst gemeint) zu unserer Nationalhymne machen (das war der Ebert) und dann Jahre später eine 180 Grad Drehung vollführen und jeden als Nazi beschimpfen, der es vollständig singt: https://www.youtube.com/watch?v=1_AQjNBVYFk

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