Erlebnisbericht von der 1.Mai Demonstration in Saalfeld

Gastbeitrag von Kai Schuster

Schon unsere Anreise verlief, wie immer, nicht glatt. Was aber, ebenfalls wie immer, eine Folge mangelnder Koordination und Gesprächen untereinander war. Naja schlussendlich stiegen wir dann in einen Zug, der schon sehr gut mit Kameraden gefüllt war. Bei unserer Ankunft in Saalfeld zeigte sich dann auch wie gut. Nämlich mit rund 250 Leuten. Ein Nachfolgezug brachte noch mehr Demonstrationsteilnehmer und wir setzten uns, mit circa 500 Mann, zum Veranstaltungsort in Bewegung. Der Anmarsch dauerte gut eine Stunde und wir sahen uns, kurz vor der Ankunft, ersten Polizeirepressalien ausgesetzt. Wir ließen diese aber nach viel diskutieren über uns ergehen, um an der Veranstaltung teilnehmen zu können. Unser Demonstrationszug setzte sich dann mit zweistündiger Verspätung in Bewegung. Aber nicht ohne noch ein paar sächsische Kameraden, 100 Stück, aufzunehmen. Wir waren nun etwa 800-900 Mann stark und teilten uns in zwei große Blöcke, vor und hinter dem Lautsprecherwagen, auf. Diese wiesen ungefähr dieselbe Stärke auf. Vor dem Lauti marschierten alle, die ein rotes T- Hemd des Aktionsbündnisses 1.Mai anhatten, was ein sehr eindrucksvolles Bild abgab.

Und hinter dem Wagen folgte der schwarze Block. Nach gut einer Stunde kamen wir an eine Blockade der Linken, die die Polizei nicht Willens war zu räumen. Da die Verhandlungen den meisten Leuten im schwarzen Block zu langwierig waren, wendete er kurz entschlossen, um die hintere Polizeikette zu durchbrechen. Diese setzte dann, obwohl bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei Gewalt von unserer Seite ausging, sowohl Pfefferspray als auch Schlagstöcke und Tränengas gegen uns ein. Gleichzeitig bemühte sich die vordere Hälfte durch eine Seitenstraße ihren Zug fortzusetzen, was die Beamten auch mit beherztem Schlagstockeinsatz zu verhindern wussten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wussten wir, was die Uhr geschlagen hatte und wir setzten uns herzhaft zur Wehr. Dennoch siegte die Vernunft und die Veranstaltung wurde aufgelöst bevor es zu Straftaten, beziehungsweise zu Sachen, die als solche ausgelegt hätten werden können, von unserer Seite kam. Als sich die Lage wieder etwas beruhigt hatte, wurde dann eine Spontandemonstration zum Bahnhof angemeldet. Wir hatten mehrere Leichtverletzte zu beklagen, ich zum Beispiel bekam eine ordentliche Ladung Pfefferspray ins Gesicht und auch mehrere Hiebe mit dem Schlagstock auf die Arme und in die Seite. Andere hatte es schwerer erwischt.

Jedenfalls mischten sich bei der zweiten Veranstaltung jetzt die verschiedenen Blöcke. Jetzt war auch von unserer Seite die Stimmung extrem aggressiv und man sah die panische Angst in den Augen der Polizei. Dennoch reagierten sie hart auf jeden vermeintlichen Gesetzesverstoß. In der Judengasse, die wir mit lauten “Nie wieder Israel!” Rufen passierten, kam es zu einem kurzem Zusammenprall mit ungefähr 200 Linksfaschisten. Aber es blieb bei einem kurzen Gerangel. Auch hier griff die Staatsmacht mit aller Härte durch sodass wir weitere Verletzte zu beklagen hatten. Endlich am Bahnhof angekommen verbot uns die Polizei die Abschlusskundgebung. Auch hier kam es wieder zu Ausschreitungen von staatlicher Seite. Aber für mich war es dennoch eine gelungene Veranstaltung. Wir haben am Arbeiterkampftag unsere Meinung für einen nationalen Sozialismus würdig vertreten. Und so möchte ich mit den Worten unseres letzten Redners schließen “Vor zwanzig Jahren war es 5 vor 12. Heute ist es 5 Uhr 45 und wir wissen alle was da passiert.”

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