Gestern war Deutschland. [ #GwD 8. Mai 2015]

Da fragt der Chef von hier, der ernste Hagen: „Pegida-Fans enttäuscht von Bachmann, weil er morgen nicht in Berlin ist. Hat jemand von Euch was dazu?“
Wie soll ich was dazu haben? Ich führe gerade ein Interview mit einem potentiellen Terroristen (folgt am Wochenende auf Preussischer Anzeiger), bearbeite die Bestellungen und neuen Artikel für Romowe, bereite das Buch eines Autors vor, hau zwischendurch die neuesten Meldungen auf NPA rein und dauernd quatscht der Chef rein: „Pegida-Fans enttäuscht von Bachmann, weil er morgen nicht in Berlin ist. Hat jemand von Euch was dazu?“.
Nein. Ich habe nichts von Bachmann. Ich habe nichts von PEGIDA. Ich halte es sowieso alles für Verschwörungstheorie.
Wer von Ihnen, liebe Leser, hat schon einmal Lutz Bachmann gesehen? Wer von Ihnen hat schon einmal eine PEGIDA-Demo gesehen? Sehen Sie, das ist wie Bielefeld. PEGIDA ist sowieso ein Fall für sich.
1. Die McDonalds Theorie: „McDonalds ist Müll, würde ich nie hingehen“ während das Kind quengelt: „Papa, wann gehen wir mal wieder zu McDonalds?“ „Sei bitte ruhig, wenn ich mich unterhalte, wir waren da gestern erst.“
2. Die BILD Theorie: „Die BILD würd ich mir niemals kaufen. Ich hole sie mir nur wegen des Sportteils.“
3. Die Bielefeld Theorie. Haben Sie schon jemanden gesehen, der in Bielefeld war? Ich nicht.

Die vierte Theorie habe ich vergessen. Hatte irgendwas mit PEGIDA zu tun. Durch den ganzen Distanzierungswahn habe ich jetzt vergessen, was ich schreiben wollte. Die Gida distanziert sich von der Gida, die Abspaltung distanziert sich von der Abspaltung, die Gruppierung von der Person und überhaupt diese Person von allen Gruppierungen. Eine Volksbewegung eben. Der eine Volk bewegt sich gegen den anderen.
Wir sind nicht die Volksfront von Judäa. Wir sind die Judäische Volksfront.

Dann macht man eben den Sturm auf den Reichstag. Der eine stürmt vorher noch den McDonalds, der andere die Dönerbude. Egal was, Hauptsache deutsches Essen. Und dann stürmt das deutsche Volk den Reichstag und lauscht der Nichtrede von Lutz Bachmann oder einem anderen, dem man sowieso nicht zuhört.
Ich bin dafür, dass man alle Demonstrationen dieser Art zukünftig in Bielefeld abhält. Das erspart die Mühe der Kaputtdistanzierung. Oder wir lesen weiterhin die BILD zum McDonaldsmenü. Keiner hat es je gesehen, nur davon gehört.
Ach. BILD und McDonalds gibt es ja leider nicht, das ist nur eine Verschwörungstheorie. Aus Bielefeld.
Sollte am 9. Mai jedoch tatsächlich eine Revolution stattfinden, teilt mir bitte den Verweis zu der Facebookveranstaltung mit. Ich klicke dann auf Teilnahme.
Haupsache die Revolution hat “Fans”. Wie PEGIDA.

Oder alle reissen sich mal zusammen und man macht es vernünftig.
Irgendwann in den nächsten 70 Jahren.

Nachtrag: Dies darf gerne als Kritik an das Volk aufgefasst werden.

Gesamt
0 von 5 Sternen bei 0 Abstimmungen.
Deine Bewertung:

2 Replies to “Gestern war Deutschland. [ #GwD 8. Mai 2015]”

  1. Dein Chef sollte Götz Kubischeck fragen, der weiß was Pegida und was Bachmann so treiben:

    “Ein Jürgen Elsässer, ein Manfred Rouhs und die Granden der Legida und anderer Pegida-Ableger rufen für morgen zu einer Kundgebung in Berlin auf – und begrüßen die russische Rockergruppe „Nachtwölfe“, die seit zwei Wochen auf den Spuren der Roten Armee mit ihren Maschinen anrollen, um pünktlich am 9. Mai in unserer Hauptstadt einzutreffen. Stalin ist für diese Männer derjenige, dem Rußland seine Größe verdankt.

    Elsässers Begründung für die Teilnahme der Nachtwölfe:

    “Solche vergangenheitszentrierten Debatten führen nicht weiter! Es geht am 9. Mai 2015 in erster Linie um den 9. Mai 2015, nicht um den 9. Mai 1945!! Das Selbstverständnis der “Nachtwölfe” ist, ganz im Sinne von Putin, pro-deutsch! Zelebriert wird der Sieg über Hitler, nicht der Sieg über Deutschland. Dass sie nach Berlin kommen, heißt in erster Linie: Wir lassen uns von der NATO nicht stoppen!”

    Das symbolische Datum? Nicht so wichtig.

    Gestern waren sie bereits in Torgau, diese „Nachtwölfe“, und haben sich nächtens vor dem Sowjetehrenmal auf jener Brücke fotografieren lassen, auf der die Heeresspitzen der Amerikaner und der Roten Armee einander erstmals begegneten. Auf dem Foto sind auch Lutz Bachmann und Siegfried Däbritz aus dem Orgateam der Dresdner Pegida zu sehen. Begründung: Mit den Nachtwölfen einen Kranz niederlegen, einander die Grausamkeiten vergeben und dafür sorgen, daß derlei nie wieder passiert.

    Der symbolische Ort? Nicht so wichtig.”

    Lesenswert:
    http://www.sezession.de/49589/was-tun-1-in-den-kommenden-tagen.html/2

  2. PEGIDA ist sicher nicht das “Non plus Ultra”,aber sicher ein erster Anfang, den zwar viele postulieren, aber niemand den” Arsch in der Hose hatte”, es zu tun. Da ist mir der Bachmann doch noch sympathisch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.