Abnahmepflicht für die BILD?

Wenn der Einzelhandel das Pressesortiment anhand politisch-inhaltlicher Kriterien bestimmt, stürzt ein Eckpfeiler der Pressevielfalt.

So wird von Verbänden gewarnt, die mit Erschrecken feststellten, das es Zeitungshändler gibt, die die BILD nicht mehr verkaufen. Diesen Verbänden scheint es egal zu sein, ob der Händler noch entscheiden darf, was er verkaufen will und was nicht. Ähnlich wie bei den Wirten, die an “rechte” kein Bier verkaufen und Raucher aussperren dürfen…

“Es steht dem Einzelhandel nicht zu, Pressezensur zu betreiben. Der Edeka-Händler darf die Bild-Zeitung mit spitzen Fingern anfassen, wenn er sie nicht mag. Verkaufen muss er sie aber trotzdem”, betont Hendrik Zörner, Sprecher vom Deutschen Journalisten-Verband. Für den Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (Hauptgeschäftsführer: Dietmar Wolff) steht fest: “Der Pressevertrieb ist unteilbar. Eine Zensur durch den Einzelhändler, aus welchen Motiven auch immer, darf nicht stattfinden.”

formuliert der Mediendienst “kress” Dabei hat man wohl vergessen was Zensur ist, nämlich immer von staatlicher Seite veranlasst. Der Handel soll also verkaufen müssen, was angeboten wird. Da spielt die Überlegung des Einzelhändlers oder die des Kunden keine Rolle mehr. Wird der Staat, mal wieder im Auftrage des Axel Springer Konzerns reagieren – und demnächst eine Abnahmepflicht einführen?

Vielleicht muss dann auch jeder Buchhändler und Zeitungsverkäufer den Preussischen Anzeiger anbieten. Doch dazu wird es nicht kommen, da mit solch einem Gesetz selbst die Bückware National-Zeitung, Junge Freiheit überall angeboten werden müsste. Wo kämen wir nur hin, wenn kritische Blätter plötzlich überall frei verkäuflich wären …? Na bitte! Deshalb wird es bald ein Pflichtabo für BILD geben, abgerechnet von der Gebühreneinzugszentrale. Denn für viele ist die BILD ähnlich überflüssig wie die 50 öffentlich/rechtlichen Sender in Deutschland.

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