Lieber Akif Pirincci,

Sie ziehen Skandale an, wie der Mist die Fliegen. Sie hätten das sicher derber ausgedrückt, ich weiß, aber ich bin auch kein Akif Pirincci. Bei manchen geben sich die Frauen die Klinke in die Hand, bei Ihnen die Skandale. Jeder wie er kann!
Nun der nächste Skandal, der sich mit Ihrem Namen verbindet. Am 19. Oktober traten Sie bei Pegida auf. Die Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes feierten in Dresden ihren ersten Geburtstag. Der Gründer Lutz Bachmann hatte Sie dazu eingeladen und gebeten, aus Ihrem neuen Buch „Umvolkung“ vorzulesen. Ihren Worten nach war Ihnen das aber zu „billig“. Stattdessen lasen Sie den Originalbeitrag vor, den Sie extra für die Pegida-Geburtstagsparty geschrieben hatten.
Ich war nicht dabei, habe aber auf dem Videoportal Youtube Ihre Rede gehört, auch die Stelle, die zu einer Anzeige wegen Volksverhetzung führte. Sie sprachen von der Arroganz deutscher Politiker, mit der die deutschen Bürgern gegenübertreten. Sie erwähnten den CDU-Politiker Walter Lübcke, der zu einem deutschen Asylkritiker gesagt haben soll: „Dann geh doch!“ Ironisch fügten Sie hinzu: „Es gebe natürlich andere Alternativen, aber die KZ`s sind ja derzeit leider außer Betrieb.“ Das bezogen Sie klar auf so arrogante Politiker wie Lübcke, dem Sie – ironisch – unterstellten, der würde Asylkritiker lieber anders behandeln, wenn er nur dürfte. Sie bezogen das nicht auf die Asylsuchenden. Ich finde es nur peinlich, wie Ihnen unsere Leitmedien, wie Bild und Spiegel, daraus einen Strick drehen wollen.

Was mir den Magen verstimmt,sind Ihre derben Vergleiche. Einem Moslem warfen Sie vor, der hätte mit deutscher Kultur so viel zu tun, wie: „mein A …loch mit Parfumherstellung  …“ Scheinbar glauben Sie, Gossensprache sei der Idealbegriff deutscher Kultur? Ich weiß nicht, von wem Sie das haben? Aber Ihr Sprachverständnis deutscher Kultur teile ich nicht. Ich kann Ihnen gerne sagen, wer für mich ein sprachliches Vorbild ist. Ich mag den ironischen Heine und Börne. Für die war Sprache eine Kunst. Beide konnten auch polemisch werden, Heine in seinen Kolumnen und Börne in seinen Briefen aus Paris. Für mich, Herr Pirincci, sind Heine und Börne der Bach und der Mozart der Polemik.  Was aber Sie unter Polemik verstehen, ist Bauernsprache.
Unabhängig davon: Die Verlagsgruppe Random House will Ihre Katzenkrimis, mit denen Sie in den Achziger- und Neunzigerjahren bekannt wurden, nicht mehr anbieten. Zudem kündigte Ihnen die Buchverlagstochter von Bertelsmann Ihre Verträge. Auch Lutz Bachmann, der bei Ihrer Rede dabei war, sprach von einem „gravierenden Fehler“. Dies schrieb er im Sozialen Netzwerk Facebook. Es scheint sich alles gegen Sie zu verschwören, dabei braucht man sich nur Ihre Rede anhören. Diese Hysterie entspricht aber den überzogenen Vergleichen Ihrer Gossensprache.  Sie sprechen nur den Bauch der Leute an, nicht den Kopf. Und dieser Bauch pupst Ihnen nun ins Gesicht. Entschuldigung, in mir steckt auch ein kleiner Pirincci!
Zum Schluss ein ernstes Wort. Im Vorfeld des Pegida-Jubiläums hat Justizminister Maas, diese linke Socke, gesagt, dass jeder, der zur Pegida geht, für Hass und Gewalt mitverantwortlich ist. Hörten Sie nicht davon? Oder dachten Sie, Ihre Vergleiche blieben folgenlos? Sie wissen doch, was Ihnen Linke nach ihrem ersten Sachbuch vorgeworfen haben? Nach „Deutschland von Sinnen“ galten Sie für die Linken als Nazi. Und in dieser medial aufgeheizten Stimmung sprachen Sie von Kz`s. Als ein geübter Redner handelten Sie blauäugig. Schlimmer noch: Unsere Leitmedien, wie Bild und Spiegel, reden nur noch über Sie. Die Linksextremen, die Steine und Flaschen auf Pegida-Demonstranten warfen, sind kein Thema. Wichtiger dafür ist, dass ein „Nazi“ Flüchtlinge ins Kz stecken will.
Wenn Sie mich fragen, Herr Pirincci, ich hätte Sie nicht zur Pegida eingeladen. Als ich hörte, Sie sollen dort auftreten, dachte ich mir bereits, das würde Ärger geben. Denn wenn einer Probleme anzieht, wie der Mist die Fliegen, dann Sie. Und daran, nur daran, tragen Sie allein die Schuld.
Ihr
Wolfgang Luley
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