Lieber Akif Pirincci,

liegt wer am Boden, verbietet das Gebot der Höflichkeit, nachzutreten. Doch in Ihrem Fall muss man ergänzen: es sei denn, der Liegende heißt: Akif Pirincci! Man nennt das dann: Politische Korrektheit.

Keine Sorge, Herr Pirincci, Politisch Korrekt bin ich nicht. Von mir haben Sie keine Anzeige wegen Volksverhetzung zu befürchten, wie Sie sie nach Ihrer Rede bekamen, die Sie  in Dresden am 19. Oktober hielten. Davon später mehr. Das Wichtigste zuerst:
Ich solidarisiere mich mit Ihnen – dies eine Mal!
Die Verlagsgruppe Random House stoppt den Verkauf Ihrer Katzenkrimi-Bücher, mit denen Sie in den Achtziger- und Neunzigerjahren bekannt wurden. Zudem kündigte Ihnen die Buchverlagstochter von Bertelsmann Ihre Verträge. Und der Kopp-Verlag will Ihr nächstes Buch „Umvolkung“ nicht verlegen. Auch fordern Schriftstellerkollegen wie Sibylle Berg ein Verbot all Ihrer Bücher. Sie scheinen wie ein Fleck auf dem Anzug der deutschen Kultur, den Politische-Korrektheits-Fanatiker säubern wollen.
Selbst Ihr Webmaster, der Ihre Seite auf dem sozialen Netzwerk Facebook betreute, hat Ihnen seine Zusammenarbeit gekündigt. Er schrieb Ihnen auch einen offenen Brief, den er just auf dieser Seite veröffentlichte – und danach abschaltete. Dank den Bildschirmfotos verschiedener Facebook-Nutzer können wir anderen, diesen Brief lesen. Diesen Brief kann man in einem Begriff zusammenfassen: Ihr Webmaster schämt sich für Sie. Obendrein hält er Sie für eitel und das Opfer von rechten Leuten.

Sich fremd zu schämen ist Teil der Politischen Korrektheit. Es ist eine Pose, die man sich erdreistet. Es soll bedeuten: Man verhält sich jetzt zweifellos korrekt. Und wie jede Pose, wertet es Posierende auf. Vorher war man ein kleiner Niemand – schon ist man wer! Man zählt zum Kreis der Vorbilder unserer Gesellschaft. Diese Leute sind großsprecherisch und angeberhaft. Sie sind cool und selbstverliebt. Sie fühlen sich aber vor allem als Helden. Politische Korrektheit ist Gratisheldenmut. Es kann jeder.
Was mich an Ihren Fall stört, Herr Pirincci, ist zweierlei: Sie haben diese mediale Hetze nicht verdient und die Verlage, mit denen Sie zu tun haben, handeln falsch; und zweitens: Sie tragen Mitschuld! Tun Sie also bitte nicht, als seien Sie harmlos! Sie betreiben Hetze als Unterhaltung. Schon Ihre Seite auf den sozialen Netzwerk Facebook hieß: „Der kleine Akif“. Das sollte harmlos, süß und niedlich klingen. Wer aber Ihre Texte las, merkte, welche Hasstexte ihm zugemutet wurden. Doch war es reiner Hass? Nein, so dumm waren Sie nicht. Ein Sachbuch von Ihnen trägt den typischen Titel: „Die Verschwulung der Gesellschaft.“ Das klingt, als schrieben Sie mit zwinkerndem Auge. Und doch hetzt Ihr Titel gegen Schwule. Das meine ich mit der Hetze als Unterhaltung.
So schrieben Sie aber nicht bloß auf Ihrer Facebook-Seite, so hielten Sie auch Ihre Rede am 19.10 auf dem Jahrestag von Pegida in Dresden. Lutz Bachmann, der Gründer der Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes, hatte Sie eingeladen. Und dort sprachen Sie dann von Politikern, die als „Gauleiter gegen das eigene Volk agieren“. Damit nicht genug meinten Sie, Politiker würden Asylkritiker sogar ins Kz stecken, wenn diese könnten. Leider seien die Kz`s  gerade „außer Betrieb“. Sie selbst nennen sich einen „Krawall-Autor“, tut mir leid, aber das ist zu verharmlosend. Aber als einen Fall für den Staatsanwalt halte ich Ihre Rede nicht. Das wäre jetzt übertrieben.
Sie möchten gerne den „kleinen Akif“ spielen, der nicht jedes Wort auf die Goldwaage legt und der eigentlich nur spielen will. Immerzu scheinen Sie zu meinen, man ließe Ihnen das durchgehen. Nein, Sie hätten gewarnt sein müssen, schließlich zahlten Sie erst im Januar 2015 eine Geldstrafe von 8000 Euro wegen Beleidigung. Und dann gehen Sie zur Pegida, die als Nazis verschrien sind, und reden da von Konzentrationslagern. Hetze als Unterhaltung ist als Konzept unbrauchbar. Und dort, bei Pegida, hatte dieses Konzept erst recht nichts zu suchen.
Sie wollten uns den Salon-Hetzer spielen, Sie glaubten, das würde in Deutschland gehen. Vielleicht hätte das vor 1989 funktioniert, seitdem aber die Mauer fiel und der Geist der DDR in den Westen zog, der heute als „Politische Korrektheit“ Erfolge feiert, ist die Zeit für Salon-Hetzer vorbei.
Ich will aber gerecht sein. Die Linken mit ihrem Politischen-Korrektheits-Fanatismus sind ärger. Das sind die neuen Salon-Hetzer. Und die halten Deutschland derart besetzt, dass für Sie kein Platz ist. Will man heute als Hetzer Erfolge feiern, muss man es mit einem „wissenschaftlichen“ Anspruch tun. Das ist zumindest die Pose der Politisch Korrekten. Bei ihnen ist alles „erwiesen“ und beruht einzig und allein auf „Fakten“ und „Tatsachen“. Ein Beispiel für diesen Humbug ist die Politische Korrektheit selbst. Sie wittert überall Rassismus und will Menschen die Worte und Gedanken vorschreiben, die sie zu benutzen haben. Das Paradebeispiel ist das „Zigeunerschnitzel“. Es soll rassistisch sein. Seltsam nur, dass Hamburger oder Wiener nicht rassistisch sind! Das einzig „Wissenschaftliche“ an der Pose ist ihre Behauptung, „Wissenschaft“ zu sein. So kann man auch Kaffeesatzleserei zur „Wissenschaft“ erklären. Wem`s gefällt!
Ob Sie nun das „Opfer“ rechter Leute wurden, glaube ich nicht. Sie haben eigene Vorstellungen, die Sie in Ihren Büchern und Reden bekannt machen. Die Behauptung, Sie wurden instrumentalisiert, ist falsch. Ich denke schon, dass Sie rechts sind und nicht einfach nur der kleine Akif, der von Rechten als Marionette missbraucht wurde.  Insofern stimme ich Ihrem Webmaster nicht zu. Auch sonst hätte er besser seinen Brief unterlassen. Im Interview mit der Jungen Freiheit, vom 21. Oktober, meinten Sie zu dem Webmaster und seinem Brief: „Das ist ein kleines Würstchen, das von dem Ruhm auch etwas abhaben will.“ In dem Punkt sind wir uns einig – immerhin! Nicht unrecht hat er mit der Eitelkeit. Der Brief, den er Ihnen schrieb, zeigt aber auch seine Eitelkeit. Ruhm lockt jeden. Auch mich!
In dem erwähnten Interview sagten Sie zum Schluss: „Ich würde und will nur noch schreiben.“ Das ist vielleicht eine Ihrer klügsten Entscheidungen. Diese Erkenntnis hätten Sie auch schon vorher haben können. Es hätte Ihnen einen Berg an Ärger erspart.
Ein Fleck auf unserer Kultur sind Sie nicht. Im Gegenteil. In unserer Post-SED-Einheitskultur, fallen Sie als Bereicherung auf. Hetze als Unterhaltung muss aber dennoch nicht sein!
Zum Schluss sage ich, was ich mir für Sie wünsche!
Mögen Sie in Deutschland bleiben können und nicht auswandern müssen. Ich wünsche mir, dass Sie weiterhin Ihre Bücher verkaufen können und ich unterstütze nicht die Forderung nach dem Verbot all Ihrer Bücher. Im Gegenteil, ich fordere ihren ungehinderten Weiterverkauf! Und die Anzeige wegen Volksverhetzung möge als das gesehen werden, was sie ist: ein plumper Diffamierungsversuch.
Ich reiche Ihnen meine Hand! Geben Sie nicht auf!
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Wolfgang Luley
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One Reply to “Lieber Akif Pirincci,”

  1. Gibts wirklich keine anderen Verlage, die froh wären einen ‘Skandalautor’ verlegen zu dürfen? Hättte ich einen Verlag, würde ich gerne das Geschäft mit Pirincci machen. Und ansonsten: Was heißt hier ‘Hetze als Unterhaltung’ … – was wir IN DER REALITÄT GERADE ERLEBEN, und was mit dem Euphemismus ‘Umvolkung’ so niedlich umschrieben wird, ist VÖLKERMORD!!!! Bitte einfach bei Bolschewikipedia die Definition von ‘Völkermord’ durchlesen – wers dann noch nicht begreift … begreifts eben nicht. Aber VÖLKERMORD IST JA NICHT SCHLIMM… – Verbalradikalismus eines Türken dagegen ein unentschuldbares Verbrechen. Man faßt es einfach nicht mehr, was hier abgeht….

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