Lieber Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen!

Von Ihrer Parteifarbe her schillern Sie grün, geht es nach Ihren Parteikollegen, schillern Sie braun.

Angeblich seien Sie, Herr Palmer, der Seehofer Ihrer Partei, den Grünen. Ich kann den Vorwurf Ihrer Parteikollegen verstehen. Horst Seehofer, der CSU-Chef, galt als starker Mann Bayerns. Er war es, der Kanzlerin Merkel regelmäßig gerügt hat, wenn ihm die Politik von Merkel nicht gefiel. Das weckte im Volk Erwartungen. Dann aber tat Seehofer etwas Blödes. Er stellte Frau Merkel ein Ultimatum. Und was kam dabei heraus? Pustekuchen! Und bei Ihnen, Herr Palmer? Auch Sie scheuen keine markigen Worte. Sie wollten sogar mal in Tübingen Wohnungen für Asylbewerber beschlagnahmen. Und was kam dabei heraus? Pustekuchen!

Wer nur heiße Luft verbreitet, stolpert irgendwann über seine eigenen Füße. Diese Erfahrung muss derzeit auch Innenminister De Maiziere (CDU) machen, der syrische Asylbewerber stoppen wollte, ihre Familien nach Deutschland nachziehen zu lassen. Und in diese Richtung stoßen auch Sie heiße Luft aus, Herr Palmer – also bitte! Thomas de Maiziere musste, nach Merkels Kritik, seinen Vorstoß bereits wieder zurück nehmen. Und wie bei Kanzlerin Merkel üblich, hat sie ihm bereits ihr “volles Vertrauen” ausgesprochen. Das tut sie immer, bevor sie einen Minister feuert.Davon ein Lied singen kann Umweltminister Norbert Röttgen (CDU). Ich glaube, auch Sie werden klein beigeben! Wetten?

Ihr Problem, Herr Palmer, ist nicht, ob Sie nun grün oder braun schillern. Sie leiden unter dem, was ich das “Pincher-Problem” nenne. Pincher sind diese kleinen süßen Hunde, die als Vergleich dienen mussten, als der zweite Bundeskanzler Deutschlands, Ludwig Erhard, Schriftsteller, die ihn wegen seiner Politik kritisierten, als “Pincher” bezeichnete. Doch keine Bange, Herr Palmer, ich käme nie auf die Idee, Sie als Intellektuellen zu bezeichnen! Auch wenn Sie großspurig wie ein Schriftsteller Reden halten können. Das Stichwort heißt: großspurig. Sie leiden wie alle kleinen Hunde an Größenwahn; Sie wollen im Mittelpunkt stehen und glauben, ein Tiger zu sein. In Wahrheit sind Sie nur ein Pincher.

Ihre Grünen Parteikollegen haben recht, Sie sind der Horst Seehofer der Grünen, aber nicht, weil Sie den Familiennachzug der Syrier kritisieren. Sie sind der Seehofer der Grünen, weil Sie mit Seehofer und De Maiziere gemeinsam im Verein bellen. So viel heiße Luft kann nicht jeder ertragen. Wären Sie braun, Herr Palmer, würden Sie beißen.

Wauwau – Herr Palmer!

Ihr

Wolfgang Luley

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