Lieber Xavier Naidoo,

als ich am Morgen des 1. Januar 2000 das Radio anschaltete, hörte ich, als erstes Lied des neuen Jahrtausends, Ihr: „Geh davon aus“. Solche Erinnerungen bleiben im Gedächtnis, auch viele Jahre später. Schön, dass Sie noch immer singen und noch mehr als das!

Laut der Allgemeinen Deutschen Rundfunkanstalt (ARD) sollen Sie Deutschland beim nächsten Eurovision Song Contest (ESC) vertreten. Dazu gratuliere ich Ihnen.

Ihre Soulstimme brachte Ihnen Ruhm und Preise ein. Sie gelten als einer der besten Sänger, die es derzeit in Deutschland gibt. In Hinblick auf Ihr Talent ist Ihre Teilnahme am ESC gerechtfertigt.

Leider wird bei uns in Deutschland nicht zwischen einem Künstler und seinen politischen Ansichten unterschieden. Sie gelten als Anhänger der sogenannten „Reichsbürger-Bewegung“ und hielten, bei einer Reichsbürger-Veranstaltung in Berlin eine Rede. Das war 2014. Im gleichen Jahr verkündete Ihre Heimatstadt Mannheim, wo Sie, Herr Naidoo, leben und arbeiten, dass es zwischen Ihnen und

der Stadt zukünftig keine gemeinsamen Auftritte mehr geben werde.

In der Folge konzentrierten Sie sich mehr auf Musik, was sicher klug war. Ihre Nominierung für den ESC haben Sie Ihrer Stimme und Ihrem Gesangstalent zu verdanken. Wenn man so will, ist diese Nominierung eine Rückkehr zur Normalität im Umgang mit Ihnen oder doch ein Versuch dazu.

Ich halte diesen Versuch für gut. Warum sollte man einen Sänger gesellschaftlich isolieren, nur weil er rechts ist? Bei uns dürfen auch Linksextreme unbehelligt singen, etwa der Hamburger Rapper Jan Delay. In Deutschland gilt die Kunst- und Meinungsfreiheit, sie darf aber nicht bloß für bestimmte Leute gelten, wenn schon, dann für alle.

Merkwürdig finde ich nur die Begründung, mit der Sie für Deutschland in Stockholm nächstes Jahr antreten sollen. Der ESC-Moderator, des Norddeutschen Rundfunks, Jan Feddersen, schreibt über Sie, auf „eurovision.de“: „Er ist deutsch – und er sieht wie das moderne Deutschland des Jahres 2015 aus: multikulturell“. Mit anderen Worten: Sie, Herr Naidoo, wurden ausgesucht, weil Sie ein Neger sind. In Stockholm dürfen Sie also für Deutschland den Vorzeigeneger spielen. Ich, an Ihrer Stelle, würde ablehnen!

Und dann diese Multikulti-Begründung. 2015 haben islamische Terroristen zwei Anschläge in Paris verübt, bei der – zusammen – fast 200 Leute getötet wurden. Frankreich ist ein multikulturelles Land, wohin Multikulti führt, hat man gesehen. Und auch bei uns laufen Hassprediger frei herum, die Terror predigen und ein islamisches Kalifat errichten wollen, als Beispiel nenne ich den Prediger Pierre Vogel, der sogar vom Verfassungsschutz überwacht wird. Bisher ist Deutschland kein Opfer von islamischen Anschlägen geworden, doch gibt es, seitens islamischer Terroristen, Drohungen, die ganz klar gegen Deutschland gerichtet sind. Multikulturalismus ist eine Illusion auf Kosten der eigenen Kultur und nationalen Identität. Man kann es auch kürzer sagen: Multikulti ist Selbstmord.

Offenbar sind Sie aber gewillt, sich vor diesen Multikulti-Karren als Zugpferd spannen zu lassen. Als Anhänger der Reichsbürger, die glauben, das Deutsche Reich sei nicht untergegangen, wollen Sie Deutschland, Pardon, die Bundesrepublik Deutschland in Stockholm vertreten. Und das ist eine Veranstaltung, die mit Rundfunkgebühren von der ARD mitfinanziert wird. Bekanntlich lehnen die Reichsbürger aber Rundfunkgebühren ab. Ich kann mir Ihr Verhalten nur so erklären, dass Sie, Herr Naidoo, bereit sind, Ihre persönlichen Ansichten, von Ihrer Arbeit, zu trennen. Das finde ich schön. Allein der Preis dafür scheint mir aber zu hoch.

Seit dem 19. November, also seitdem Ihre Teilnahme am ESC veröffentlicht wurde, sammelt eine Petition Unterschriften gegen die gemeinsame Entscheidung der ARD und des NDR. Innerhalb des ersten Tages kamen bereits über 7.000 Unterschriften zusammen. Ich vermute, es werden noch ein paar mehr dazu kommen, was fraglich macht, ob Sie, Herr Naidoo, werden antreten dürfen.

Ginge es nach mir, dürften Sie das. Da man bei uns in Deutschland aber nicht zwischen Kunst und Politik trennen mag, ist Ihre Teilnahme am ESC fraglich.

Ihre Zusage spaltet unser Land in Befürworter der Linken und in Befürworter der Rechten. Sollten Sie in Stockholm singen, wird das die Rechte als „Sieg“ feiern; im umgekehrten Fall wird die Linke fröhlich sein. Mit Kunst und Gesang hat dieser Meinungskampf aber wenig zu tun. Ich befürchte, sieht man sich an, wie Deutschland, beim ESC, durchschnittlich abschneidet, zwei Siege, bei sonst durchschnittlichen bis schlechten Platzierungen, lohnt sich die Aufregung um Ihre Teilnahme nicht. Ich glaube, Sie haben Aussicht auf einen mittleren Platz; Sie könnten aber auch letzter werden, wie Ihre unmittelbaren Vorgänger, die Gruppe „Elaiza“, die mit 39 Punkten auf den 18. und damit auf den letzten Platz landeten.

Wie immer der Meinungskampf zwischen Linken und Rechten ausgehen wird, Sie, Herr Naidoo, werfen die Frage auf, ob Kunst- und Meinungsfreiheit nur für bestimmte, linke, Künstler gelten soll oder für alle.

Meiner Ansicht nach wäre es besser gewesen, die ARD und der NDR hätten das Publikum in einem Vorentscheid abstimmen lassen, wen es beim ESC sehen will.

Meine Stimme hätten Sie bekommen. So aber finde ich es besser, wenn Sie Ihre Zusage selber zurückziehen. Nicht wegen der Linken, die jucken mich nicht, sondern weil ich für Demokratie bin und ich mir von der ARD nicht vorschreiben lassen will, wen ich zu bejubeln habe.

Und Sie selbst sollten sich, für die Rolle des Vorzeigenegers, zu schade sein.

Ich höre Sie auch gerne weiterhin singen, aber nicht auf dem Eurovision Song Contest.

Ihr

Wolfgang Luley

http://www.deutschlandradiokultur.de/eurovision-song-contest-ard-erntet-shitstorm-fuer-naidoo.1895.de.html?dram%3Aarticle_id=337322

https://www.openpetition.de/petition/online/gegen-die-teilnahme-von-xavioo-naidoo-am-eurovision-song-contest-2016

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3 Replies to “Lieber Xavier Naidoo,”

  1. Ich dachte eigentlich,daß klar ist,daß wir immer noch im Deutschen Reich leben.Das Synonym davon ist Deutschland. Auch das D am Auto steht für’s Deutsche Reich. Das habe ich im Internetz so gefunden. Am Deutschen Reich ist nichts “rechts”! Es geht hier nicht um das 3. Reich.

  2. Künstlerisch ist Herr Naidoo erste Sahne. Aber ich denke, man versuchte von Seiten der ARD eine hinterhältige Aktion zu starten. Ohne das Wissen von Herrn Naidoo. Ich sage nur Hootonplan und mir fällt da auch noch eine Rede des ehemaligen französischen Präsidenten S… ein, der diesen Plan auch mit Gewalt am französischen Volk durchsetzen will.

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