Jäger redet und versagt

Einmal mehr versagt Ralf Jäger, Noch – Innenminister von NRW. Hat er doch seine Schutzwand, den Polizeipräsidenten von Köln selbst in Rente geschickt. Nun ist er in der Frontlinie und lächelt. Aufklären wolle man. Und Verantwortung übernehmen? Das können dann andere.

Zum Beispiel die Polizei, der er im allgemeinen die Schuld zuschiebt. Um dann doch die Polizistin, den Polizisten in Schutz zu nehmen. Er selbst sieht sich aber weder politisch noch moralisch in Zugzwang. Warum auch? Ein Gesundheitsminister käme ja auch nicht für eine verpfuschte Blinddarmoperation auf. So oder so ähnlich sieht Jäger seine Position. Er ist nicht witzig, aber ein Witz.

Auch die Opposition wettert gegen Jäger. Aber warum eigentlich. Eine echte Opposition gibt es weder in NRW noch in der Bundesrepublik. Stimmten doch alle ein in den Gesang der Finanzverantwortlichen: Wir müssen sparen – bei Polizei und Bundeswehr, bei Soziales und Bildung. Vielleicht denkt heute der deutsche Michel nur von 12 bis Mittag, aber ganz klar: Am Sparen ging das Sicherheitskonzept den Bach hinunter!

“Meine Lebenserfahrung sagt mir, dass sich 1000 Menschen nicht zufällig treffen”, sagt Jäger. Und der Rest darf spekuliert werden. Die Aufarbeitung geht nur bis zu einem Punkt. Bis ziemlich genau jenem, der 5 Millimeter vor der Schmerzgrenze liegt. Sonst könnte man Videobeweise, Erlebnisberichte auswerten – öffentlich. Ohne politischen, politisch korrektem Maulkorb. Und so kommt der Schuldspruch, den Jäger sich notierte. Nach 13 Seiten Stichworten kommt der Satz “”Nach dem Alkohol- und Drogenrausch kam der Gewaltrausch. Und er gipfelte in sexuellen Allmachtsphantasien”

Jäger aber schlüsselt weiter auf und redet von Kommunikationsketten – und gemeinsam stellt man klar, die Aussage eines einzelnen, vom Fernsehen interviewten Polizisten, sei eine private Aussage. Wohl weil er recht hatte.

Jäger rettet sich nicht und NRW zeigte sich von einer Seite, die man nur allzu sehr kennt: Eine Seite, in der das Licht des Domes zwar sichtbar, das Licht der Aufklärung, der Verantwortung aber längst erloschen ist.

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