Der WDR-Faktencheck “hart aber fair” oder warum Ali K. kein Klaus-Dieter sein darf

Die gestrige Sendung “hart aber fair” lies mich zu einer Schnellkritik auf Facebook kommen:

hart aber fair #Ard "DANKE Herr Wendt, Sie haben gelernt! Und wagen es Ihr Wissen zu teilen! DANKE! Frau Künast, bleiben…

Gepostet von Hagen Ernst am Montag, 11. Januar 2016

Und heute beschäftigt sich der “hart aber fair” Faktencheck unter anderem mit Wendts Aussagen. Es liest sich, beinahe wie ein Märchenbuch, ohne den Endsatz “und sie lebten glücklich und zufrieden, bis an ihr Ende”.

Rainer Wendt (DPolG) sagte in der Sendung , es brauche keinen Erlass eines Innenministers, der Polizeibeamte dazu verpflichtet, die Herkunft von Tätern zu verheimlichen. Vielmehr wisse jeder Beamte, dass er eine “bestimmte politische Erwartungshaltung, die gezüchtet wird, zu erfüllen hat”.

Der Faktencheck führt aus:

Zwar sei es zutreffend, sagt die Kriminologin Rita Steffes-enn, dass der Polizei ein hohes Maß an Sensibilität und politischer Korrektheit im Sprachgebrauch abverlangt wird, um Pauschalisierungen und Diskriminierungen zu vermeiden. Allerdings gebe es genügend Beispiele, die die Aussage von Rainer Wendt widerlegen, so die Polizeiforscherin. So seien beispielsweise schon immer Sonderkommissionen gegründet worden, bei denen die Herkunft der Täter nicht verschleiert, sondern in den Vordergrund gestellt wird […] Die Kriminologin stellt klar: “Das Suggerieren einer systematischen Fälschung polizeilicher Statistiken, ist wohl nicht dazu geeignet, das zum Erhalt unseres demokratischen Rechtstaats zwingend notwendige Vertrauen in die Ermittlungsbehörden zu stärken. Sich als Polizeigewerkschaft zur gleichen Zeit aber auf diese Statistiken beim Thema Gewalt gegen Polizeikräfte zu berufen, erachte ich als äußerst bedenklich.”Im Allgemeinen seien Polizeiliche Kriminalstatistiken (PKS) immer nur eine Annäherung an die Realität, sagt Steffes-enn.

Übersetzt: Wendt hat Recht, aber so können wir es nicht stehen lassen. Vergessen sind die Anweisungen an die Presse, Herkunftsländer nicht aufzuführen oder zu umschreiben. Vergessen, dass aus Ali K. schnell ein Klaus-Dieter wurde.

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Gibt es den Zusammenhang zwischen patriarchalischer Kultur und Islam? fragt der Faktencheck, aufgrund einer Aussage der ehemaligen Bundesfamilienministerin Schröder und antwortet:

“Einen Zusammenhang zwischen patriarchalischen Strukturen, die Gewalt oder sexuelle Übergriffe begünstigen, und religiöser Einstellung oder religiöser Zugehörigkeit können wir empirisch nicht nachweisen”, sagt Ahmet Toprak. Diese patriarchalischen Strukturen seien weltweit und losgelöst von Religionen in vielen Gesellschaften dieser Welt tief verankert, so der Gewaltforscher. “Diese Strukturen sind im arabischen Raum oder im nahen Osten genauso vorhanden wie in Indien oder Mexiko.”

Demnach sollten wir Deutsche uns also vor Mexikanern fürchten? Oder doch eher vor jenen Patriarchen die hier leben (wollen)?

Wie sooft, auch hier dient der sogenannte Faktencheck zur Banalisierung, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

 

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