Du kommst hier nicht rein!

Vor wenigen Monaten noch wurden Diskothekenbesitzer verklagt, weil sie bestimmte Menschen nicht in ihren Räumen haben wollten. Erfolg versprachen diese Klagen, wenn man anders als “deutsch” aussah. Dann nämlich hiess es vor Gericht Rassismus. Dabei war es egal, ob die Disco bereits voll war oder jene Einlassbegehrende schon hinlänglich bekannt waren. 

2014 verurteilte das hannoversche Amtsgericht einen Disco-Betreiber dazu, einem türkischstämmigen Deutschen 1.000 Euro Schadenersatz zu zahlen, weil dieser nur wegen seiner ausländischen Herkunft keinen Einlass bekam. 2015 wurde in Niedersachsen eine Gesetzesänderung durchgeführt. Damit sollte “der Rassismus an der Disco-Tür” eine Ordnungswidrigkeit werden, die mit bis zu 10.000 Euro bestraft werden kann – oder sogar zur Geschäftsaufgabe, bei mehrfacher Abweisung.

Nun schreiben wir 2016 – 13 Tage nach Silvester. Und nach zahlreichen Schlägereien und Tumulten in Discos, Kneipen und Cafes. In Dresden regiert die “Moccabar”, denn auch hier hatte es zu Silvester gekracht, so dass es mindestens 2 Verletzte gab. Ab sofort müssen Ausländer ihre Ausweise vorzeigen, um Einlass zu bekommen und auch Deutsche werden stärker kontrolliert. Die Security soll nach Willen der Geschäftsinhaber entscheiden, wer rein darf und wer nicht, man wolle Ruhe haben.

Keine fünf Minuten später sind die ersten Gegenstimmen zu vernehmen. Richtig: Es sei Rassismus sich nur von Ausländern die Ausweise zeigen zu lassen. Und es sei nicht nachvollziehbar, dass ausgerechnet Ausländer Schuld an Trubel in Discos hätten. Letzteres stimmt wahrscheinlich. Doch wie bei der Entscheidung in Niedersachsen von 2014/15 muss man sich fragen: Darf ein Hausherr noch das Hausrecht wahren?

Auch ich, Preusse, Deutscher, wurde in jungen Jahren öfter vor der Tür stehen gelassen – und musste diese Entscheidung respektieren. Und viele meiner Freunde ebenso. Warum also, wieder einmal mehr Ausnahmen für bestimmte Volksgruppen machen: Diese Frage wendet sich nicht nur an Niedersachsen oder nach Sachsen. Sondern bundesweit.

 

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