Lieber Jakob Augstein,

Sie übertreffen sich in Ihren negativen Auftritten in einer Weise, die viel Talent verrät! Wer mochte, konnte sich Ihre verbalen Kriegsgefechte bei Maischberger antun. Die Sendung hieß: „Tabupartei AfD – Deutschland auf dem Weg nach rechts?“

Ich schreibe Ihnen, weil ich rechts bin. Keine Bange, Sie müssen nicht gleich unter Schnappatmung leiden! Ich weiß ja, wo andere denken, schnappen Ihre Reflexe wie ein Kampfhund zu. Auch zu Frau Maischberger sind Sie nur in die Sendung, um die „AfD entlarven zu können“. In eine Gesprächsrunde geht man doch, weil man sich unterhalten will? Nein? Gut, dann eben nicht!

Mir fällt auf, dass Sie, Herr Augstein, anderen Fehler ankreiden, die Ihnen ebenfalls unterlaufen. Und das ist eine ganze Masse!

Sie werfen der AfD vor, die würde nur lügen, mehr noch: „Die Rechten, von der AfD lügen, wenn sie den Mund aufmachen“. Zwar bin ich nicht bei der AfD, aber, wie gesagt, ich bin rechts. Ich hoffe, Sie verzeihen mir diesen Makel!

Was aber ist mit Ihnen? Bei Maischberger fand ich zwei Situationen bezeichnend, die mehr über Sie aussagen, als über Frau Petry und die AfD. Frau Petry unterstellen Sie: „Sie ist der demokratische Arm der Leute, die auf den Straßen die Ausländer jagen und die Heime anzünden.“ Wenn dem so ist, kann man Sie, Herr Augstein, als demokratisches Sprachrohr derjenigen Leute bezeichnen, die mit Steckbriefen Bürger mit anderen Weltbildern diffamieren, und dabei auch keine körperliche Gewalt scheuen. Linke behaupten gern, Gewalt sei gut, käme sie von Linken. Was eine linke Lüge!

Die zweite bezeichnende Situation der Sendung war die mit Hans-Olaf Henkel (Alfa). Er wunderte sich, warum immer nur rechte Gewalt thematisiert würde und dann ermahnte er Sie, Herr Augstein, Sie würden nicht zwischen rechts und rechtsradikal unterscheiden. Sie wollten Frau Petry entlarven, entlarvt haben Sie sich aber nur selbst. Was Sie geboten haben, war keine Sternstunde in Aufklärung, es war ein Tiefpunkt in Selbstdarstellung. Für mich brachte der Abend keine Neuigkeiten. Sie haben nur einmal mehr wiederholt, was Sie in Sendungen, über ähnliche Themen, zuvor gesagt hatten.

Naiv, wie ich bin, dachte ich, Sie wären nach der Sendung in sich gegangen und hätten über sich und Ihr Verhalten nachgedacht. Das haben Sie auch, doch anders, als erwartet. Auf Ihrer Facebook-Seite haben Sie einen Tag später, am 28. Januar, einen Artikel gepostet. Überschrift: Journalisten bei AfD-Demo angegriffen. Der Artikel stammt nicht von Ihnen, dafür aber haben Sie den Beitrag mit einem Kommentar versehen; die AfD hätte ein „hübsches Gesicht“ und eine „hässliche Fratze“. Das ist wohl als Anspielung auf die Maischberger-Sendung zu lesen, in der Sie Frau Petry vorwarfen, die sei „der demokratische Arm der Leute, die auf den Straßen die Ausländer jagen und die Heime anzünden.“  Für Sie, Herr Augstein, ist Frau Petry das „hübsche Gesicht“ und die rechten Mitglieder der AfD, die hässliche Fratze. Aber damit nicht genug. Der letzte Satz Ihres Kommentars zu dem Artikel, über die AfD, lautet: „Sie will die liberale Demokratie durch den autoritären Staat ersetzen.“

Woher wissen Sie das? Haben Sie eine magische Zauberkugel, die Ihnen die Zukunft offenbart? Oder unterstellen Sie der AfD, die sei die SED der Rechten? Die SED war eine autoritäre Partei, die um die DDR eine Mauer bauen ließ und Flüchtlinge, die aus diesem Unrechtstaat fliehen wollten, erschießen ließ. Mir scheint, Herr Augstein, Sie kennen nicht nur nicht den Unterschied zwischen rechts und von Rechtsextremismus, Sie kennen auch keinen Unterschied zwischen AfD und SED. Sie geben vor, ein Volksaufklärer zu sein, eher sind Sie ein Selbstdarsteller, der nur die Rolle des Aufklärers spielt. Wenn Sie wenigstens darin gut wären! Doch Ihr Talent erschöpft sich bloß im Auffinden von Fettnäpfchen, in die Sie dann auch alle treten. Supi!

Von mir aus können Sie das Märchen wiederholen, wie gut die Linken und wie böse die Rechten sind, es wird dadurch nicht wahrer. Ich sehe es als Bürgerpflicht an, Lügen zu entlarven. Dabei mache ich keinen Unterschied zwischen links und rechts. Ich bin ja kein Selbstdarsteller!

Zum Schluss noch eine persönliche Anmerkung: Es sind Linke, wie Sie, Herr Augstein, die mich haben einen Rechten werden lassen. Es sind Leute wie Sie, die rechts verteufeln und blind gegenüber Linken sind. Es sind Leute wie Sie, die Fehler bei anderen sehen, aber ihren eigenen gegenüber nachsichtig sind. Und es sind Leute wie Sie, die nicht begreifen können, oder wollen, dass zu einer Demokratie Linke und Rechte gehören. Wenn einer autoritär ist und den Rechtsstaat abschaffen würde, dann Sie, Herr Augstein.

Für mich hat Demokratie mit Vielfalt zu tun. Ich bin niemand, der alles in Harmonie erstickt. Aus dem Grund zitiere ich Hans-Olaf Henkel, der einen überzeugenden Spruch bei Maischberger gebracht hat: „Harmonisierung ist das Gegenteil von Vielfalt“. So ist Demokratie nach meinem Geschmack!

Übrigens schreibe ich Ihnen offen, da ich mich weder schäme, noch Angst davor habe, rechts zu sein. Das ist ein Punkt, den ich Frau Petry übel nehme. Darauf angesprochen, ob die AfD rechts sei, knickte sie ein und verneinte es. Von mir aus kann die AfD sein, was sie will, ich sage: Rechte gehen aufrecht und verstecken sich nicht.

Ihr

Wolfgang Luley

 

Einen hätte ich noch!

Politische Mimosen sehen überall „Hetze“ und „Demokratiefeindlichkeit“, wo andere sich nicht mal beleidigt und kritisiert fühlen.

 

http://www.daserste.de/unterhaltung/talk/maischberger/videos/tabupartei-afd-deutschland-auf-dem-weg-nach-rechts-102.html

Am 28. Januar kommentierte Jakob Augstein, auf seiner FB-Seite, den Artikel „Journalisten bei AfD-Demo angegriffen“ wie folgt: „Diese neue Partei hat zwei Gesichter: das lächelnde, glatte von Frauke Petry und die hasserfüllte Fratze der Strasse. Ich verstehe erst jetzt, welche Gefahr tatsächlich von der AfD ausgeht. Sie will die liberale Demokratie durch den autoritären Staat ersetzen.“

 

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-01/magdeburg-afd-kundgebung-angriff-journalisten-pfefferspray

 

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