Der Zwischenruf-Professor erklärt sich

Thomas Rödel, Chemieprofessor an der Hochschule Merseburg, wühlte aus dem Keller das alte Adenauer-CDU-Plakat “Keine Experimente” hervor und hielt es vor Merkels Augen, die ihren Ohren nicht traute:

Das war Uni-Rektor Jörg Kirbs zu viel. Kirbs reagiert wie es bundesdeutscher nicht sein kann:  Er distanzierte sich und die Universität von dem Sachverhalt Rödels, dem eigentlich nur um die Zukunft seiner Kinder bange war. Nachdem Rödel gescholten wurde, von Kollegen, aber auch auf den bekannten Sozialen Netzwerken – andererseits auch Lob und Verständnis für seine Aktion erhielt, erklärte sich der “Protestler”. Immerhin ging es auch um die Frage, ob er, als Repräsentant der Uni “sowas” überhaupt machen dürfte.

Für mich stellt sich diese Frage nicht, den eigenes wissen und Gewissen, geht vor jeder Anstellung. Aber auch unsere Politiker stellen ihr Gewissen; sofern sie eines noch haben; unterhalb des Fraktionszwanges und dem Speichellecken für Posten ; die es in der BRD eigentlich gar nicht geben darf. Und das Thema Meinungsfreiheit in der BRD … gut, weiter zum eigentlichen Thema.

Seit zehn Jahren lehrt Rödels in Merseburg und hat sich in der Fachwelt einen guten Ruf erarbeitet. Der Oberfranke hat bereits Kontakt zu “seinem” Bundestagsabgeordneten gesucht, sagt er. Die Antwort: Schicken Sie uns doch eine Mail – wo man doch selbst in Franken, dort hat Rödels immer noch seinen ersten Wohnsitz, auch wissen sollte “Das Internet ist für uns alle Neuland”. Die MZ aus Halle schreibt:

Auch dieses Erlebnis habe ihn zu der Aktion im Fraunhofer-Institut bewogen. „Das habe ich als Privatmensch gemacht.“ Er sehe im Nachhinein ein, dass er die Veranstaltung gestört habe. „Das haben die Wissenschaftler nicht verdient, dadurch wurde deren Arbeit weniger gewürdigt.“ Er werde dies auch in einem Gespräch mit dem Leiter des Instituts, Ralf Wehrspohn, zum Ausdruck bringen.

Ausdrücklich verwahrte sich Rödel dagegen, wegen des Protestes in die rechte Ecke gestellt zu werden. Und in diesem Punkt erhält der Wissenschaftler auch Unterstützung von seinem Rektor: „Dort gehört er auf keinen Fall hin.“

Nun könnte man fragen, was hat die Aktion gebracht? Aufmerksamkeit, so dass nicht nur lokale und regionale Medien berichteten, – und das Verständnis das nicht jeder Kritiker Pack, Rechter oder Nazi ist. Leider kommen solche Einzelaktionen nicht bei Merkel an – aber man stelle sich vor, Röders hätte anderen Mut gemacht und auf jeder Veranstaltung gibt es einen “Störer” – der ohne Angst aufsteht und Merkel nach der Zukunft fragt.

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