Massaker in Cizre

Polizei und Armee haben, kurz vor Bundeskanzlerin Angela Merkels eintreffen in Ankara, in der kurdischen Stadt Cizre ein Massaker angerichtet. Sanitäter fanden dutzende toter Körper in einem Keller , erklärte der Kovorsitzende der prokurdischen Partei der Demokratischen Region (DBP), Kamuran Yüksek, am Montag auf einer Pressekonferenz in Mardin.

Der türkische Fernsehsender TRT hatte in der nach zum Montag, unter Berufung auf Regierungsvertreter gemeldet, das bei Gefechten 60 Mitglieder der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in einem einem durch Tunnel verbundene Keller getötet worden seien. Dem widersprach der Abgeordnete der linken Demokratischen Partei der Völker (HDP) Fayasal Sariyildiz in Cizre gegenüber der Nachrichtenagentur Firat News.

Laut HDP hatten sich 62 Personen in einem Keller versteckt, weil diese von Einsatzkräften angegriffen wurden. Darunter auch Frauen und Kinder. Im selben Gebäude kamen bereits durch einen Brand nun Menschen ums Leben, weil der Feuerwehr die Zufahrt ins Stadtviertel verboten wurde. Ein aus dem Gebäude flüchtender Jugendlicher wurde erschossen.

Am Montag war nur noch von “zehn außer Gefecht gesetzten Terroristen“ die Rede.
Sariyildiz vermutet: ,,Möglicherweise geben sie jetzt niedrigere Zahlen an, um Reaktionen der Öffentlichkeit zu vermeiden. Tatsache sei, dass hier ein brutales Massaker stattgefunden hat.“
Die Meldung von Firat News, laut derer die Polizei am Sonntag zahlreiche Leichensäcke aus dem Krankenhaus holte, spricht auch dafür.

Innenminister Efkan Ala erklärte, das die Militäroperation in Diyarbkir-Sur und Ciszre nach zwei Monaten zu 99,5% abgeschlossen seien und kündigte weitere Operationen an.

Seit August wurden bei Ausgangssperrren in kurdischen Gebieten ca. 224 Zivilisten von Einsatzkräften getötet, darunter 42 Kinder. Das berichtete die Menschenrechtsstiftung der Türkei (TIHV), etwa 31 Menschen erlagen ihren Verletzung weil Rettungskräfte nicht durchgelassen wurden.

Allerdings stand der Krieg der türkischen Regierung gegen die Kurden, nicht auf der Agenda von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie sprach mit Recep Tayyip Erdogan über die erkaufte Flüchtlingsabwehr von drei Milliarden Euro. Dadurch soll verhindert werden, das unter anderem syrische Flüchtlinge nach Griechenland und somit in die EU kommen.

Zeitgleich übt Erdogan scharfe Kritik an den USA, weil diese die kurdischen Milizen, bei ihren Angriffen auf die syrisch-kurdische Stadt Kobanie aus der Luft unterstützen. Auch fordert er von der EU und den USA die in Syrien gegen dein Islamischen Staat, kämpfenden kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG als Terroristen zu listen. Nach Angaben der YPG beschoss die an der Grenze Aufstellung nehmende türkische Armee, in den letzten tagen mehrfach Stellungen der kurdischen Milizen in Kobani.

https://www.jungewelt.de/2016/02-09/001.php

Gesamt
0 von 5 Sternen bei 0 Abstimmungen.
Deine Bewertung:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.