Gran Torino-Ein Filmabend in der Bibliothek des Konservatismus

Gestern Abend besuchte ich um 18:00 Uhr die “Bibliothek des Konservatismus” in Berlin, um an deren konservativem Filmabend teilzunehmen.
Gezeigt wurde der Film “Gran Torino” mit Clint Eastwood, welcher auch Regie führte. In diesem Film, der aus dem Jahre 2008 stammt und auf englisch mit deutschem Untertitel gezeigt wurde, ging es um den polnischstämmigen Koreakriegsveteran und ehemalige Ford-Mitarbeiter Walt Kowalski, der von Eastwood gespielt wurde. Er wohnt in einer Detroiter Vorstadtsiedlung und seine Ehefrau ist gestorben. Während der Trauerfeier in der Kirche benehmen sich seine Enkelkinder ziemlich daneben, was den alten Mann ärgert. Eigentlich ärgert ihn jedoch alles; er ist mit der Welt ziemlich unzufrieden, was ich ihm durchaus nachempfinden kann. Nach dem Tod seiner Frau wohnt er allein mit seinem Hund Daisy und sein Sohn will ihn offenbar ins Altersheim stecken. Da macht Walt jedoch nicht mit und bleibt trotz der Probleme in seiner Gegend dort wohnen. Die Missstände der multikulturellen Gesellschaft, wie Straßengangs bestehend aus Mexikanern, Afroamerikanern oder Hmong werden nicht totgeschwiegen, was auch das unsinnige Interview erklärt, welches die Süddeutsche Zeitung mit Eastwood auf Grund des Films geführt hatte und das die Veranstalter nach dem Film vorgelesen haben.
In diesem Interview werden die für BRD-Medien typischen Fragen gestellt, weshalb ich Ihnen liebe Leserinnen und Leser einen Link dazu erspare 🙂
Eastwoods Filmheld Walt überrascht jedenfalls eines Nachts den Nachbarsjungen Thao (gespielt von Bee Vang), als dieser versucht seinen Gran Torino zu stehlen. Thao wurde dazu von einer Hmong-Gang gedrängt, zu der auch ein Vetter von ihm gehört. Er selbst will eigentlich nicht zu der Gang gehören, aber diese will ihn unbedingt zu sich holen. Da er aber nicht so will wie die wollen, terrorisieren sie ihn und seine Schwester Sue (gespielt von Ahney Her). Als sie dabei Walts Rasen betreten, verteidigt dieser sein Grundstück mit dem Gewehr und rettet so auch Thao und seine Familie.
Mehr verrate ich nicht; Sie können sich den Film am kommenden Samstag auf Pro7 ansehen, wenn Sie mögen.
Mir hat er jedenfalls sehr gut gefallen und auch die anschließende Diskussion über den Film war sehr interessant. In den Diskussionen wurde dann darüber gesprochen, welche Botschaften der Film laut Meinung der Zuschauer und Filmvorführer vermittelt. So war einer der Zuschauer der Meinung, dass der konservative Walt und seine konservativen Nachbarn Thao, Sue und ihre Mutter sich später auch deshalb so gut verstanden, weil hier ein Konservativer auf andere Konservative traf.
Im Prinzip wollten sowohl Walt, als auch Sue, ebenso Sue’s Mutter und zu guter Letzt Thao selbst, dass Thao etwas aus seinem Leben macht. Man könnte also sagen, sie sind die konservativen Kräfte der Bewahrung. Der Bewahrung was es heißt ein richtiger Mann zu sein und vor allem ein anständiger Mensch.
Die Kräfte der Zersetzung waren demnach die Gangs, im Besonderen natürlich die, welche es auf Thao und seine Familie abgesehen hatte. Der Film zeigt deutlich was Ehre bedeutet; Walt ist ein ehrenhafter Mann, wohingegen es bei der Hmong-Gang mit der Ehre nicht allzuweit her ist, was besonders deren Verhalten gegenüber den eigenen Verwandten belegt, nachdem Thao sich der Gang nicht anschließen wollte.
Ich kann die Filmabende der “Bibliothek des Konservatismus” jedenfalls nur empfehlen; wer teilnehmen will, kann das hier tun.

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