Ein Vortrag über Ernst Jünger und sein Buch “Der Waldgang”

Gestern am 25.02.2016 besuchte ich um 19:00 Uhr wieder einmal die Bibliothek des Konservatismus. Diesmal jedoch nicht um mir einen Film anzusehen, sondern um dem Vortrag von Parviz Amoghli über Ernst Jünger und sein Buch “Der Waldgang” zu besuchen.
Der 1971 in Teheran/Iran geborene Autor siedelte 1974 mit seiner Familie nach Deutschland um. Hier machte er auch sein Abitur, leistete seinen Wehrdienst, absolvierte ein Studium der Geschichte und Germanistik in Köln, Tübingen und Wien. 2009 wurde er Preisträger beim Literaturwettbewerb “Schreiben zwischen den Kulturen” der Edition Exil in Wien. Wie sein Vorredner sagte, würden die wohl ziemlich sauer sein, wenn sie wüssten das er in der Bibliothek des Konservatismus einen Vortrag gehalten hat. Herrn Amoghli wäre das wohl aber relativ egal, zumal er sich selbst in der jüngerschen Tradition des Waldgängers sieht. Der Waldgänger leistet passiven Widerstand gegen das totalitäre System, zu dem die BRD immer mehr und mehr wird. Er steht zu seinen Werten und verweigert sich dem Nihilismus der angeblich ach so modernen Gesellschaft. Herr Amoghli arbeitet derzeit mit zwei Freunden an der Realisierung des Filmprojekts “Der Graben”, zu dem er das Drehbuch mitverfaßt hat. Dieser Film basiert wohl auch auf Ernst Jünger und seinen Kriegserlebnissen.
Parviz Amoghli erklärte in seinem etwa einstündigen Vortrag, dass trotz all dem scheinbar Unzeitgemäßen und Unmodernen, trotz der drei Generationen, welche zwischen dem Erscheinen und dem Heute liegen, Jüngers Buch “Der Waldgang” von einem geradezu unerhörten Gegenwartsbezug ist.
Das beginnt mit der Beschreibung von Zuständen und Verhältnissen, wie sie im achtzehnten Jahr der Berliner Republik nur allzu bekannt sind. So wenn es um die “Macht geht, die sich nicht an die Spielregeln zu halten gedenkt. Es ist dieselbe Macht, die Eide abfordert, während sie selbst von Eidbrüchen lebt”. Oder um “Taburäume der plebiszitären Demokratie, über die es nur eine amtliche Meinung gibt, und zahllose geflüsterte”. Oder hinsichtlich “der Verbindung von so geringer Höhe und ungeheurer funktionaler Macht. Das sind die Männer, vor denen Millionen zittern, von deren Entschlüssen Millionen abhängig sind.”
Dies sind Zitate aus Herrn Jüngers Buch. Ich muss leider gestehen, dass ich es nicht gelesen habe, aber der Vortrag von Herrn Amoghli hat mein Interesse geweckt und deshalb werde ich es wohl bald lesen. Aber im Moment arbeite ich selbst an einem neuen Buch 🙂
Jüngers Gang in den Wald kann laut Herrn Amoghli als eine Art Gradmesser herangezogen werden, um festzustellen, “welche Punkte die Bewegung inzwischen erreicht hat …”, und daraus zu folgern: in welchem Ausmaß ist die Freiheit des Einzelnen bedroht.
Und wie man an der Asylkrise, an der Gleichschaltung der Medien, an der Wilkommens-Propaganda, an der Ausbreitung der Gender-Ideologie, an den Zensurplänen des Heiko Maas und vielem mehr sehen kann ist die Freiheit enorm bedroht. Das hat auch Herr Amoghli erkannt und nimmt sich darum Jüngers Waldgänger zum Vorbild. Er ist wie Jünger der Meinung dass passiver Widerstand reicht und der Waldgänger abwarten soll, bis seine Stunde schlägt. Und diese Stunde ist, wenn das System der Tyrannen ins Wanken gerät. Dann ist der Waldgänger da und schlägt zu.
Ich sehe das freilich etwas anders. Ich bin der Ansicht das man selbst dafür sorgen muss, dass die Herrschaft der Tyrannen wankt und dann muss man zuschlagen.
Das ist dann auch ein Thema über welches nach dem Vortrag eifrig debattiert wurde.

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