Beck und die Häme

Der Moralapostel der Grünen, Volker Beck, wurde mit Drogen erwischt. Seine Rechtfertigung, er sei immer liberal zum Thema Drogen gewesen – auch politisch. Es folgten Rügen von Parteifreunden und Häme im Internet. Doch ist das alles?

Die erste Frage, die sich einem stellt: Kontrolliert die Polizei wirklich einen bekanntes Mitglied des Bundestages, der oft seinen Kopf in die Kameras hält, einfach so? Und wird, wenn die Kontrolle von einem unwissenden Beamten durchgeführt wird, es sofort an die Medien weitergeleitet?

Kurze Denkpause – man erinnert sich an Barschel, an Krüger, an Wulff.

Wollte man Beck stürzen? Wer wollte auf seinen Stuhl – und warum darf Beck weiterhin als Abgeordneter Bezüge kassieren. Warum wird er nicht “unehrenhaft” entlassen, aus den Reihen des Bundestages, aus den Reihen der Bündnisgrünen?

Zumal Beck wohl nicht der Öko war, für den er sich, dank Parteizugehörigkeit, verkaufte. Ist doch Crystal Meth rein chemisch – und nicht “grün”.

Breaking Beck - ShopDafür war er, aus seiner Sicht, der Streiter der Randgruppen. Auch wenn die Randgruppen seine Meinung nur selten teilten. Er, der Versteher von Frauen, als Schwuler. Er der homosexuelle Vorreiter. Überhaupt Sex; wie gern “spielen” die Grünen damit: mit Kinder, Frauen und Männer. Er war der Versteher, für jene, die in der Familie den Feind des Systems sehen. Er war der Versteher, für den Flüchtlinge die besseren Menschen sind.

Und nun – der Fall. Wegen Drogenbesitz. Inmitten von Berlin. Ironisch.

Damit keimt eine alte Diskussion wieder hoch. Wie überlastet, besser wie sehr überfordert, sind “unsere” Politiker? Genauso überfordert, wie der Arbeitnehmer mit 3 Jobs und Familie – nur sind sie besser bezahlt, besitzen mehr Freiheiten, dank Immunität!

Die Lehre daraus könnte sein, dass die Politik umdenkt: Weniger Belastung für sich und die anderen. Doch das widerspricht dem Weltbild, dem kapitalgesteuerten imperialistischen Selbstbetrug. Die nur eine Formel kennt: “Mehr! Mehr! Und noch mehr!”

Das man sich und seine Umwelt damit schädigt, mag keiner wahr haben. Beck wird es nun vielleicht lernen. Der erste Schritt dazu wäre die Aufgabe seines Platzes im Bundestag – und die zweite: Er sollte alle ertappten Straftäter mitnehmen. Denn Politiker im hohen Hause sollen auch Vorbild sein. Vielleicht wäre dann der Bundestag und der Bundesrat bald halb leer. Trotz umfangreicher Pensionszulagen der Politelite würde die Bundesrepublik Gelder in Millionenhöhe sparen. Und der letzte Schritt? Die eigenen Gesetze müssten befolgt werden. Ob beim Drogenbesitz oder beim Kriegseinsatz der Bundeswehr irgendwo in der Welt, ob beim Ausbeuten der Arbeiter vom Arbeitgeber oder Staat.

Die Verbotspartei!

Die Verbotspartei!

Wie schnell wäre die Bundesrepublik dann wieder Deutschland? Ein fortschrittlicher Staat, der für seine Bürger sorgt und dessen Bürger sich um den Staat sorgen.

Dies wird nicht der Grund für Becks Fall sein. Es wäre zu schön, um wahr zu sein. Der Grund liegt tiefer. Vielleicht, weil er sich mit der AfD auseinandersetzte? Vielleicht, weil er kein TTIP-Freund war? Oder war er nur im Wahlkampf “überflüssig”? Vielleicht … die Antwort auf diese Frage werden wir in einigen Monaten erfahren. Und dann werden wir wissen, warum er untragbar wurde – für die Wirtschafts- und Politelite.

Was aber nicht eintreten wird: Trotz der harten Landung, wird Beck nicht aufwachen. Einfach, weil er damit seinen finanzielle Sicherheit aufgeben müsste. Und doch besteht Hoffnung. Das seine Wegbegleiter nun aufhorchen und sich fragen, ob sie auch fallen wollen.

 

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