Flüchtlinge werden Umgesiedelt

Es erweckt den Anschein, das nicht nur so manche Kommune oder mancher Landkreis mit dem Flüchtlingszustrom, sondern mittlerweile auch die kleinen Bundesländer an ihre Belastungsgrenze kommen. Also macht man das, was aus politischer Sicht am sinnvollsten ist: Man siedelt die Flüchtlinge einfach ins benachbarte Bundesland um. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet:
Werden im April Flüchtlinge aus Hamburg, in den Levo-Park nach Bad Segeberg in Schleswig Holstein verlegt. Schleswig Holstein erklärte sich damit einverstanden, so das dem Vorhaben nichts mehr im Wege steht. Die geplante zweite Aufnahmestelle für Flüchtlinge, führte in der Bevölkerung zuletzt zu großer Verunsicherung und vielen offenen Fragen, welche in einer Informationsveranstaltung mit Innenminister Stefan Studt (SPD) und einigen hochrangigen Behördenvertretern den rund 1000 anwesenden Bürgern beantwortet wurden.

Der Eigentümer dieser Einrichtung ist die Investerorenfamilie Wachholtz. Bei der Informationsveranstaltung gewann man sehr schnell den Eindruck, das man dabei lediglich die Botschaft; Man müsse keine Sorgen machen, unsere Erfahrungen mit anderen Einrichtungen seien sehr positiv, vermitteln wolle. ,,Die Kosten trägt das Land und es gelten die Standards von Schleswig Holstein, welche in jeder Erstaufnahme eine Polizeistation hat“, so Studt. Allerdings ist die Infrastruktur der neuen Erstaufnahmestelle noch unvollständig und die Bandschutzabnahme steht auch noch aus.
Der Vertrag mit der aus Neumünster stammenden Investorenfamilie Wachholtz wurde dennoch unterzeichnet. Denn sicher sei, das der Levo-Park auf seinem 30 Hektar umfassenden Gelände etwa 2000 Menschen aufnehmen kann. Im Anhang dazu wurde bestätigt, das Flüchtlinge, welche ein Bleiberecht erhielten, nicht auf die auf die Kommunen des Kreises Segeberg verteilt, sondern zurück nach Hamburg geschickt werden.

Der Levo-Park könne in etwa so viele Flüchtlinge aufnehmen, wie die Erstaufnahme in Boostedt, welche derzeit 46% (863 Plätze) ausgelastet ist. Ironischer Weise hat diese stillgelegte Kaserne in Boostedt jedoch 50 Hektar und ist somit gut 20Hektar größer, als der Levo-Park. Dies fiel auch einem Mann aus Fahrenkrug auf, deshalb fragte er: ,,Ich verstehe nicht wie der Levo-Park auf einer so kleinen Fläche so viele Flüchtlinge unterbringen will wie in Boostedt.“ Die Antwort lautete ausweichend: Boostedt gehöre vollständig dem Bund und könne somit vollständig genutzt werden. Fahrenkrug liegt jedoch in unmittelbarer Nähe zum Nordtor des Levo-Parks und dass das Dorf unmittelbar von den Auswirkungen betroffen ist, wurde in Kiel offenbar übersehen. Man bat um Nachsicht das man die Bedürfnisse von Fahrenkrug nicht zuerst im Blick hatte und das man dies auch nicht schönreden können, dennoch warb man um Offenheit.

Das Nordtor, welches sich in direkter Nähe zu Fahrenkrug befindet, will mann jedoch nicht geschlossen halten, weil man nicht direkt nach Fahrenkrug hinein spazieren kann. Es wird lediglich das Tempolimit von derzeit 100 auf 70 km/h reduziert und eine Querungshilfe für Fußgänger installiert werden. Was an der Unzufriedenheit der Bevölkerung jedoch nichts änderte, denn das Amt Trave-Land plant seinerseits die Unterbringung von ca. 150 Flüchtlingen  direkt im Ort. Eine besorgte junge Mutter griff diesen Punkt auf und sagte: ,,Wird mehr Streife gefahren? Ist die Polizei an unserer Hauptstraße vermehrt im Einsatz? Mir haben Sie die Angst nicht genommen.“
Andreas Görs, Leiter der Polizeidirektion Bad Segeberg antwortete darauf: ,,Im Levo-Park wird es eine Dienststelle geben. Wir werden Veränderungen im Stadtbild haben, aber das ist ja nicht automatisch verbunden mit höherer Kriminalität. Wenn mehr Menschen vorhanden sind, wird auch mehr eingekauft.“ Er verwies dabei auf Boostedt, wo man im vergangenen viertel Jahr grade mal 10 Straftaten von Flüchtlingen außerhalb der Unterkunft vermerkt habe und fügte hinzu: ,,Wir sind auch für die Menschen in der Unterkunft da. Polizeiarbeit heißt auch, sich zu kümmern, ansprechbar zu sein, damit Probleme erst gar nicht entstehen können.“

Auch der Hinweis das die ganze Anlage umzäunt werde und über Eingangskontrollen verfüge, dürfte die Anwohner wenig beruhigen. Vor allem da sich die Vorfälle von Belästigungen und sexueller Übergriffe auf Frauen und Mädchen häufen. Hinzu kommen verzichte der Strafverfolgung, weil der Aufwand bei nicht registrierten zu hoch und es deshalb einfacher sei, diese einfach unter den Teppich zu kehren.

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