Ein Kommentar zum Brexit, dem alten, mittleren und neuen Europa

[nextpage title=”Vom Eintritt in die EU, bis zum Brexit”]
Ein Kommentar zum Brexit von Daniel Bischoff:

Wenn die Demokratie gewinnt, das Volk einen Sieg einfährt.
Der Eliten Macht zerrinnt, der Politiker zappelnd wie ein Fisch an Land am Boden liegt.
Oder wem meine Worte nicht gefallen, wie wären die von Herrn Gauck:
,,Die Eliten sind nicht das Problem, die Bevölkerungen sind das Problem.”

Aber der Reihe nach:
Die Briten kehrten der ehemaligen EWG, anschließenden EU und heutigem Hochfinanz-Großkonzern-Konstrukt den Rücken. Das verwunderliche dabei ist aber nicht das knappe Ergebnis, sondern vielmehr dass überwiegend die Alten aus der EU raus wollten. Denn die jüngeren und überwiegende Mehrheit der Städter, wollten in der EU bleiben. Die Gründe sind dabei relativ einfach erklärt, zumindest bei den Städtern. Denn wer in der Stadt lebt, hat es vergleichsweise einfach.  Wohlstand und Arbeit findet man in der Stadt, weniger auf Land. In Städten hat man alles was man zum Leben braucht. Auf dem Land sieht das ganze schon wieder anders aus. Die Bauern kämpfen um ihre Existenz. Kleine Betriebe gehen bankrott, weil Großkonzerne und Großunternehmen kaum Produktionskosten haben und somit die Preise enorm drücken können. In den Städten sieht es zwar genauso aus, allerdings fällt es hier kaum auf.

Die Frage weshalb grade die jungen Leute in der EU bleiben wollen, ist schon etwas schwieriger zu erklären. Die Alten wissen, was vor der Währungs-Umstellung in 2002, dem Schengen-Abkommen und so weiter war. Sie wissen ganz genau, wie der Hase damals lief und was sich seitdem verändert hat. Ich für meinen Teil, habe beim Rückblick auf 2002 Magenschmerzen. Denn obwohl ich damals grade mal 12 Jahre zählte, betrachtete ich schon wenige Monate nach der Währungsumstellung , den Euro als Katastrophe. 20 DM Taschengeld waren damals viel, denn man bekam noch was für sein Geld. Schuhe für 20DM, hielten meist drei Monate. Nach der Umstellung änderte sich dies. Die Preise verdoppelten sich innerhalb kürzester Zeit. Was einst 20 DM kostete, bekam man nun für 20 € also umgerechnet 40DM. Selbst die Qualität der Waren nahm rapide ab. Aber genug davon. Denn das eben genannte, bekamen viele aus meinem und der folgenden Jahrgänge, kaum bis gar nicht mit. Denn seien wir mal ehrlich, mit zwölf Jahren hat man anderes im Kopf. Man ist schließlich noch ein Kind.

Doch nun zurück zum Brexit und dem Handeln der Alten:
Vor 2002 gab es ein Europa der Nationen. Wir hatten Staatsgrenzen, verschiedene Währungen und trotz dieser vermeintlichen Hindernisse, funktionierte der internationale Handel tadellos. Denn obwohl jedes Land eine andere Mentalität und somit auch eine andere Wirtschaftskraft besitzt, lebten die Nationen Europas in Frieden und Wohlstand beisammen. Gut die Grenzkontrollen waren vielleicht etwas lästig und sorgten für kilometerlange Staus zu beiden Seiten. Doch dies hatte den Vorteil, dass nur die fremden ins Land kamen die das Land auch haben wollte. Maßlose und unkontrollierte Einwanderung, wie es heute der Fall ist, gab es nicht. Denn die Kriminellen, die durch die heutige Politik der offenen Grenzen, ebenfalls mit ins Land strömen, wurden bei den Grenzkontrollen aussortiert und in Gewahrsam genommen. Dies war entscheidend für die nationale Sicherheit. Im weiteren war jede Nation für sich selbst verantwortlich. Machten die Politiker etwas falsch, mussten diese ihren Fehler selbst ausbaden und sich vor ihrem Volk verantworten. Auch das hatte mehr Vor- als Nachteile. Denn der Politiker der nichts taugte, wurde in der folgenden Wahl ersetzt.

Dann kam 2002, die nationalen Währungen wurden abgeschafft und die Grenzen geöffnet. Dadurch wurden die unterschiedlichsten Wirtschaften zusammen geworfen. Die ersten negativen Folgen, waren wenige Jahre später zu spüren. Denn eine Gemeinschaft ist immer nur so stark, wie das schwächste Glied. Die ersten Auswirkungen des Zusammenschlusses waren an den sehr unterschiedlichen Preisen zu erkennen. Denn da für jede Nation ein anderer Wechselkurs bestand, änderten sich auch die Preise nicht überall in selbem Maß. Während in Deutschland aus 20 DM, 10 Euro wurden, waren die Auswirkungen in Italien weit gravierender. Denn viele Italiener waren in ihrer damaligen Nationalwährung Lira Millionäre. Dadurch dass der Umrechnungskurs wegfiel, wurden die Waren für die schwachen Wirtschaften zum Teil sehr viel teurer und für starke Wirtschaften, vergleichsweise enorm billiger. Während die Preise im nationalen Handel nahezu unverändert blieben. Voraus gesetzt man rechnete nicht auf die alte Währung um, denn dann erlebte man meist eine böse Überraschung. Dann kam das Jahr 2008 und mit ihm eine Krise, die bis heute nicht überwunden ist! Island stand damals kurz vor dem Staatsbankrott und konnte diesen nur mit sehr viel Mühe mehr oder weniger unbeschadet überstehen bzw. knapp abwenden. Andere Staaten bangten und bangen ebenfalls um ihre Existenz. Dem ungeachtet hat die Einheitswährung 2008 erstmals mit aller Macht demonstriert, wie unberechenbar und vor allem wie unterschiedlich die Wirtschaftsleistungen der einzelnen Nationen sind. Die schwachen Volkswirtschaften, waren die ersten die darunter zu leiden hatten. In den stärkeren und starken Volkswirtschaften, waren die Auswirkungen erst später sichtbar.

Heute acht Jahre später, hat sich an der Lage kaum etwas verändert. Die Griechen bangen um ihre Existenz und anstatt endlich den Schuldenschnitt zu machen oder den Griechen die Freiheit zurück zu geben (EU-Autritt), beharrt man in Brüssel auf die Rückzahlung der Gelder. Die Auswirkungen auf die griechische Bevölkerung, sind schon jetzt mehr als verheerend. In Spanien und Portugal sieht die Lage kaum besser aus. Auch hier lässt Brüssel anstatt milde, unmenschliche Strenge walten. Mit Vorgaben wie sie verantwortungsloser kaum sein könnten. Hinzu kommen schwerwiegende Einschnitte in die nationale Selbstbestimmung. Diese reichen von tiefen Einschnitten in der Privatsphäre, bis zur Regelung des Finanzhaushaltes zum Beispiel in Form von Sparmaßnahmen bei sozialen Leistungen. Kurzum: Die Nationen sterben, während ein Super-Staat ohne Nationalitäten entsteht. Denn eine Bevölkerung die ein nationales Bewusstsein hat, wird dies niemals mit sich machen lassen. Man kann deshalb getrost sagen, dass die Briten sinnvoll und vor allem logisch richtig handelten. Denn der Brexit bedeutet für die britische Nation, nationale Unabhängigkeit und Erhalt der nationalen Identität. Lesen Sie hier weiter.

[nextpage title=”Die Folgen“]

Für die Briten selbst wird das ganze ohne nennenswerte negativen, wahrscheinlich sogar gänzlich ohne negative Folgen bleiben. Denn bis auf die Aktien und Finanzmärkte, hat der Brexit keinerlei nennenswerten Auswirkungen auf die nationale britische Wirtschaft. Wie sollte er auch. Schließlich betrifft es doch in erster Linie den internationale Finanzsektor. Wie man an Griechenland gut erkennen kann, geht es Brüssel ohnehin nur ums Geld. Die nationale Wirtschaft und Existenzgrundlage der Bevölkerungen, sind denen vollkommen egal. Nicht grundlos sagte Gauck: „Die Eliten sind nicht das Problem, die Bevölkerungen sind das Problem.“

Noch Fragen? Freilich nicht. Denn mit dieser Aussage sprach er aus, was viele seit Jahren befürchten oder erkennen. Auch die Volksabstimmungen in den Niederlanden oder anderen Staaten, deren Ausgang für Brüssel ein Schlag ins Gesicht waren, werden durchweg als “Zäsur der Demokratie“ bezeichnet. Was daran nun eine Zäsur sein soll wenn die Demokratie gemäß ihren Bestimmungen ausgeführt wird, weiß wahrscheinlich selbst der demokratischste Demokrat nicht. Es ist deshalb durchaus denkbar, das Brüssel nun alles daran setzen wird die Demokratie noch weiter zu beschränken und dem Volk auch den letzten Rest des Mitspracherechts zunehmen. Ein EU weites Verbot von Volksabstimmungen, wäre hierbei durchaus denkbar. Auch andere weniger undemokratische Gesetzesentwürfe und Richtlinien sind nicht auszuschließen. Nur was wie wann genau wo umgesetzt oder gemacht wird, steht in den Sternen. Entscheidend ist jetzt, dass sich alle Bevölkerungen bewusst werden was die Briten machten und vor allem warum sie so handelten. Einiges hab ich hier bereits aufgelistet. Doch gibt es noch zahlreiche andere Faktoren, die für den Austritt aus der EU sprechen. Denn abgesehen von der Einheitswährungen, wobei auch hier nur auf den ersten Blick, bietet die EU keinerlei Vorteile. Denn vor 2002 ging es den Nationen Europas sehr viel besser als heute. Jede Nation musste, konnte und vor allem durfte als Souverän handeln und walten. Die Politik musste das Wohl ihres Volkes an erster Stelle stellen und für ihre Fehler grade stehen. In der EU brauchen sie das nicht mehr, denn hier übernehmen andere Staaten die Haftung für deren Fehlverhalten. Die Auswirkungen der Finanzkrise 2008, wären bei nationalen Währungen wahrscheinlich sehr viel schwächer gewesen als dies nun der Fall ist. Zum Schluss bleibt mir nur meinen Satz am Anfang zu wiederholen und zu hoffen, dass sich die Nationen für ein Europa der nationalen Demokratien entscheiden:
Wenn die Demokratie gewinnt, das Volk einen Sieg einfährt.
Der Eliten Macht zerrinnt, der Politiker zappelnd wie ein Fisch an Land am Boden liegt.

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