Liebes Tagebuch,

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... und weiter geht es mit den Hintergründen zur aktuellen Politik

heute lernte ich ein neues Wort kennen: „Eskalationsschraube.“ Das klingt, als ob ein KFZ-Schlosser an den Teilen eines Motors dreht und schraubt, weil er einen Fehler ausfindig machen will. Und da dreht er eben auch an der Eskalationsschraube. Und hat er Pech, dann überdreht er sie und – bumm! Fliegt ihm der Motor um die Ohren.

Du hast`s erraten, liebes Tagebuch, die Eskalationsschraube ist ein beschönigendes Wort. Wer daran dreht, bereitet einen Knall nicht vor, er knallt selbst durch und verbreitet Angst und Schrecken. Über wen ich spreche? Über Nordkoreas Diktator Kim Jong-un. Heute testete er eine Wasserstoffbombe. Das nordkoreanische Atomwaffeninstitut nannte den Test „perfekt“. In Medien, wie auf web.de, ist die Rede davon, dass Wasserstoffbomben tödlicher seien, als herkömmliche Atombomben. Wenn da nun von Eskalationsschrauben die Rede ist, heißt das: Kim bereitet den Untergang der Welt vor. Und mich, als Leser, soll trösten, dass er dazu noch unfähig ist, weil er noch immer Bomben testen muss, bis er eine hat, die über genügend Sprengkraft verfügt. Durch solche Verharmlosungen beleidigt man die Intelligenz der Leser.

Apropos: Intelligenz beleidigen! Das ist eine Kunst, die heutige Politiker meisterhaft verstehen. Einer dieser Meister ist der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Gegenüber der Bildzeitung meinte er über die Rückkehr des ehemaligen Verteidigungsministers Guttenbergs, dass es in der Politik „keine ewige Verdammnis“ gebe. Das könnte man noch als heiße Luft abtun, die einer ablässt, weil er nicht weiß, was er sonst äußern soll – und ehe er zugibt, dass ihm dazu nichts einfällt, spricht er allgemein und in Floskeln. Auf diese Weise sagt er etwas, ohne etwas zu sagen. Dann aber sagt Schulz doch etwas, was mich aufhorchen lässt. Angeblich sei Guttenberg ein Politiker für „kadikalkonservative Wähler“.

Ob das stimmt, weiß ich nicht, da ich nicht „radikalkonservativ“ bin. Mir fällt nur auf, dass Schulz ein bestimmtes Wort vermieden hat. Eigentlich hätte er sagen müssen: Guttenberg ist ein Politiker für Demokraten. Denn dass Guttenberg auf dem Boden des Grundgesetzes steht, ist klar, sonst wäre er hinter Gittern. Aber mir fällt noch etwas auf: Schulz vermied auch ein anderes Wort: „rechts“. Da er sich als „Kämpfer-gegen-Rechts“ versteht, lag es nahe, Guttenberg als Rechten zu bezeichnen. Und damit läge er nicht falsch. Guttenberg bedient rechte Themen, so ist er gegen die Verschleierung der Frau, wie sie der Islam fordert. Auch hält er an der Bezeichnung „Christkindl-Markt“ fest und will ihn nicht umbenennen, wie das Linke fordern, etwa in: „Lichterfest“. Und gemünzt auf die G20-Krawalle in Hamburg, sagt Guttenberg: „Täterschutz geht vor Opferschutz“. Womit er sich gegen die Antifa ausspricht, die jede Gelegenheit für Randale und Gewalt nutzt. Aber ist das der Punkt?

Guttenberg zeigt wegen seines Plagiats keine Reue, im Gegenteil. Seiner Ansicht nach hat er sich die Rückkehr in die Politik verdient. Oder wie er sagt: „Irgendwann ist auch mal gut.“ Diese Arroganz hat er bereits vor sechs Jahren gezeigt, als er überführt wurde, wie er seine Doktorarbeit gefälscht hatte. Schmollend traf er als Verteidigungsminister zurück und ging in die USA. Jetzt ist er zurück.

Warum soll man Politiker wählen? Etwa, weil sie „radikalkonservativ“ sind? Oder weil: „Irgendwann auch mal gut ist“? Warum spielt keine Rolle, ob jemand ehrlich bereut?

Für mich klingt Guttenberg wie jemand, der an der „Eskalationsschraube“ dreht.

Ob Kim Jong-un, ob Karl-Theodor zu Guttenberg, wir Bürger sind intelligenter als diese Herren gerne wollen oder hätten.

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