Lieber Charles Manson,

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Sie waren ein Hippie mit Rauschebart und langen Haaren und eintätowiertem Hakenkreuz auf der Stirn. So bizarr Ihr Aussehen war, so bizarr war auch Ihr Leben. Lediglich Ihr Tod, mit 83 Jahren, kam rasch und unspektakulär.

In der Blütezeit der Hippie-Bewegung, 1967, scharrten Sie Anhänger um sich und ließen sich als Jesus verehren. Das hätte man noch als Schrulle eines Irren abtun können, dann aber artete Ihr Wahn aus: Sie stifteten Mitglieder Ihrer sogenannten „Manson-Familie“ zu Mordtaten an.

So grotesk es sich anhört: Ihre Jünger nahmen Sie beim Wort und ließen Taten folgen. Der August 1969 – das war kein Sommer der Liebe und des Friedens, es war ein Sommer voller Blut, Terror und Tod. Insgesamt tötete Mitglieder Ihre Familie sieben Menschen, von denen das bekannteste Opfer Sharon Tate war, die Ehefrau des Regisseurs Roman Polanski.

Wer so irre ist, bleibt nicht lange unentdeckt. Und tatsächlich wurden Sie und Ihre Familie gefasst und verurteilt – und zwar zum Tode. Ist jemand aber bizarr veranlagt, so wie Sie, dann ist man wohl ein Liebling der Götter? Durch eine Strafrechtsreform entgingen Sie der Todesstrafe, mussten dafür aber lebenslang hinter Gitter.

Haben Sie daraus gelernt? Eine Strafe soll ja bekanntlich bessern. Gebessert haben Sie sich nicht. Im Gegenteil. Sie hielten sich für einen großen Künstler und spielten fleißig auf Ihrer Gitarre. Auch sind auf kleinere Labels immer wieder Lieder von Ihnen erschienen. Der größte Clou gelang Ihnen in den 90er Jahres, als die Rock-Band Guns N` Roses ein Lied von Ihnen coverte und veröffentlichte.

Ich habe mir dieses Lied angehört. Es heißt: „Lock at your Game Girl“ und handelt von einer Frau, die sich in der Liebe in Illusionen verstrickt. In einer Zeile heißt es:

„Du kannst nicht ehrlich sein,

aber lügen kannst Du auch nicht.“

 

Ein Mensch im Zwiespalt, diese Situation kannten Sie und das haben Sie bis zum Mord ausgelebt.

Muss man mit Ihnen Mitleid haben? Sie hatten für Ihre Opfer keins. Bis zum Schluss hielten Sie sich für etwas Besseres, für auserwählt. Wenn Sie etwas bereuten, dann nur, dass man Sie gefasst hat. Sie hätten noch viel mehr Opfer verlangt, wäre die Polizei nicht schneller gewesen.

Und zum Hohn sangen Sie Lieder, in denen Sie andere wegen deren Illusionen kritisierten.

Nein, ich habe kein Mitleid. Aber ich bin auch kein Unmensch. Zwiespalt ist nichts, was ich anderen Menschen wünsche.

Ihr

Wolfgang Luley

 

https:// de.wikipedia.org/wiki/Charles_Manson

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