Preiskampf der Giganten

Der Lebensmittelvertriebskonzern Edeka legt sich mit dem internationalen Lebensmittelkonzern Nestle an. Jener Konzern, der Wasser nicht als Menschenrecht, sondern als Spekulationsmittel sieht, kommt nun in Bedrängnis. Denn Edeka, zusammen mit dem Tochterunternehmen Netto, ist der größte Anbieter in Deutschland und baut auf eine internationale Allianz.

Eigentlich ging in Deutschland immer der Preiskampf von Aldi aus. Aldi setzte Hersteller und Vermarkter unter Druck, um bessere Einkaufspreise und damit höhere Margen zu erkämpfen. Ein weiterer großer Markt ist die Rewe-Gruppe, zu denen unter anderem auch Penny gehört. Auch dieser Konzern setzte Hersteller unter Druck. Ähnlich die Schwarz-Gruppe (Lidl). Doch mit Nestle traut sich bisher keiner den Kampf. Bis jetzt!

Denn nun stellt sich eine europäische Einkaufsallianz, bestehend aus Edeka aus Deutschland, Groupement des Mousquetaires/Intermarché aus Frankreich, Eroski aus Spanien, Conad aus Italien, Colruyt aus Belgien und Coop aus der Schweiz, gegen den Multikonzern Nestle. Nestle, ein schweizer Unternehmen, gilt als der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt. Zahlreiche Marken, wie Maggie, Vittel, Mövenpick gehören dem Konzern:

  Bild: images.zeit.de

Allein an diesem Schaubild wird klar: Die große Markenvielfalt im Supermarktregal täuscht über die konzentrierte Marktmacht einiger weniger Unternehmen hinweg.

“Bei Kaffee, Tierfutter, Babynahrung und Wasser sehe ich beste Chancen. ” freute sich Nestle Chef Schneider noch Mitte 2017, und wollte diese 4 Produktbereiche ausbauen. Doch Edeka, Coop und die anderen aus der Allianz werden nun das Geschäft vermiesen. Coop lies verlautbaren, dass dem Kunden weiterhin nichts fehlen werde. Statt Nestle-Marken werden mehr Coop-Eigenmarken, in bester Qualität, zum besseren Preis angeboten. Edeka wird einen ähnlichen Weg gehen und bietet bereits jetzt die Nestle-Marken teilweise zum Ramschpreis an – einfach um diese Produkte los zu werden, vielleicht aber auch, um Nestle weiterhin unter Druck zu setzen.

Und auch REWE schaut genau hin. Denn REWE hat sich in einer anderen Einkaufsallianz postiert: E.Leclerc  aus Frankreich. Kaufland (Schwarz-Gruppe) wird mit ihrem Verband ebenso nachrechnen müssen. Denn alle Verkaufsgruppen haben mit zu hohen Einkaufspreisen zu kämpfen, da Onlinehändler, wie Amazon, vieles billiger anbieten können.

Doch es geht um mehr: Um eine Vormachtstellung im europäischen Handel. Der Kunde könnte kurzfristig Vorteile durch den Preiskampf erleben. Langfristig jedoch wird er verlieren. Denn es ist nicht auszuschliessen, dass sich weitere Monopole, verschleiert durch Markenvielfalt, bilden.

Dennoch: der Preiskampf der Giganten zeigt auch: Letztendlich ist es der Verbraucher, der Entscheidungskraft hat. Und er sollte, bei einem Konzern, der Wasser nicht als Menschenrecht akzeptieren will, weil er sonst Profite verliert, zweimal überlegen. Egal zu welchem Preis er das Wasser, die Würzmischung oder die Tütensuppe verkauft. Ähnliches gilt für Städter: Man kann entscheiden in welchem Supermarkt den Einkaufswagen schiebt.

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