Liebe taz,

schreibt man einen Kommentar, appelliert man immer an den Verstand. Wäre es anders, könnte man stattdessen die Hände in den Schoß legen.

Und ja, es gibt Themen, für die man vorher einen Eimer Kaffee braucht.

Lese ich Deinen Kommentar über die Buchmesse in Leipzig, spricht aus jeder Zeile Unbehagen, denn „sie“ haben es schon wieder getan.

„Sie“ das sind rechte Verlage, die es gewagt haben, an der Buchmesse teilzunehmen. Und das bereits zum wiederholten Male! Sorgte aber im letzten Jahr der Verleger Götz Kubitschek für Aufsehen, weil er sich als Rechter zu erkennen gab und sich auch durch gewaltbereite Linke nicht einschüchtern ließ, war es dieses Jahr der Suhrkamp-Autor  Uwe Tellkamp, der Gesprächsstoff lieferte, weil er gegen die Einwanderungspolitik von Kanzlerin Merkel (CDU) polemisierte. Und das auch noch in einer Debatte mit dem linken Suhrkamp-Autor Durs Grünbein.

Mir ist es herzlich egal, ob jemand für – oder gegen – Merkels Politik ist. Nicht egal ist mir aber, wie mit Merkel-Kritikern umgesprungen wird. Dabei geht es mir nicht um ein: „das wird man wohl noch sagen dürfen!“ Der Terror gewaltbereiter Linker zeigt, dass wir grundsätzlich über Demokratie und den Umgang mit politischen Gegnern nachdenken müssen.

Dazu gehört auch Dein Kommentar. Du redest mal von „Rechten“, dann von „Rechtsextremen“ und dann wieder von „Nazis“. Und das so, als ob es zwischen den Begriffen keine Unterschiede gäbe. Als Höhepunkt dieser wirren Logik schreibst Du:

„Man muss sie deshalb sozial ächten. Bis sie sich nicht mehr trauen, auch nur zum Bäcker zu gehen.“

Das alles trägst Du in augenzwinkerndem Ton vor. Das aber halte ich für scheinheilig. Denn es ist das erklärte Ziel der gewaltbereiten Linken, Rechte mit Gewalt zu terrorisieren, wie man auf der Messe gesehen hat, wo Rechte – wie selbstverständlich – als „Nazis“ diffamiert wurden. Beruhigend aber, dass es dieses Jahr nicht zu Schlägereien kam. Doch blieb auch dieses Jahr ein Dialog aus. Nimmt man es genau, haben sich auch Grünbein und Tellkamp nicht verständigt, sondern nur Argumente an den Kopf geworfen. Und Du, taz, gehst einen Schritt weiter. Dein Kommentar besagt schlicht: Nazis aufs Maul!

Ich weiß nicht, ob man mit Linken reden kann oder nicht, ich weiß aber, dass jemand, der nur hetzt, und sei es im augenzwinkerdem Ton, von Sinnen ist.

Gewalt ist kein legitimes Mittel – auch nicht, wenn es Rechte sind.

Für meine Begriffe verbreitest Du eine Denkweise, die mit Demokratie null zu tun hat.

Hör auf!

Wolfgang Luley

http:// www.taz.de/!5489446/

http:// www.taz.de/Uwe-Tellkamp-kommt-doch-nicht/!5489282/

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