Gaulands Worte über die deutsche Geschichte

Vor ein paar Tagen bezeichnete der AfD-Bundessprechers Alexander Gauland, 12 Jahre NS-Diktatur als einen “Vogelschiss” in 1.000 Jahren größtenteils erfolgreicher deutscher Geschichte. Damit hatte er meines Erachtens recht, aber bei den Etablierten löste er einen Sturm der Entrüstung aus. Und seine Worte führten auch zu einer kontroversen Debatte innerhalb des freiheitlichen politischen Spektrums Deutschlands.
Von Christian Schwochert

Manch einer aus der eigenen Partei kritisierte ihn dafür, obwohl an seinen Worten nichts Falsches zu finden ist; zumal viele Bürger das ewige Herumgezicke mit dem was der Schriftsteller Heinz Nawratil den “Kult mit der Schuld” nannte satt haben! Unser Land besteht aus mehr als 12 düsteren Jahren; wir haben vieles worauf wir stolz sein können. Zum Beispiel erfand Johannes Gutenberg 1440 den Buchdruck und markierte damit den Beginn der Aufklärung. Er zerlegt den Text in Einzelelemente wie Klein- und Großbuchstaben, Satzzeichen und Ligaturen. Per Handgießinstrument werden sie als Blei-Zinn-Antimon-Mischung seitenverkehrt in unbegrenzter Anzahl hergestellt und beliebig zusammengefügt. Erfolgte vor Gutenberg die Textreproduktion ausschließlich in der Schreibstube, so lassen sich Bücher und Texte ab sofort in großen Mengen und immer gleicher Optik vervielfältigen.
Ein weiteres Beispiel gefällig? Herzog Wilhelm IV von Bayern erfindet 1516 das Bier. Eigentlich gab es das berauschende Getränk schon lange zuvor, aber nicht selten gepanscht mit Pech, Ochsengalle oder Schlangenkraut. Doch nun macht der Herrscher reinen Trank: Per Gesetz wird festgelegt, dass Bier ausschließlich aus Gerste und dem daraus gewonnenen Malz, Hopfen und Wasser zu bestehen habe. Das deutsche Reinheitsgebot ist die erste bis heute gültige Lebensmittelvorschrift der Welt und wird für zum alleinigen Maßstab für höchste Bierqualität.
Noch eins gefällig? Samuel Hahnemann entdeckt 1797 die Homöopathie. Der Apotheker hat zufällig eine wichtige Erkenntnis: Wird einem Kranken eine Substanz verabreicht, die eine dem eigentlichen Leiden gleichende “künstliche Krankheit” erzeugt, so dominiert die stärkere Kunstkrankheit über die natürliche. Der Patient wird gesund. Da er außerdem herausfand, dass es stets nur ein einziges Mittel gibt, das auf ein Beschwerdebild passt (im obigen historischen Apothekenkasten sind sie geordnet), schreibt die Homöopathie seither eine gründliche Befragung des Patienten vor, die all seine körperlichen und seelischen Symptome, Gewohnheiten und Eigenschaften erfasst. Bis heute wird die Lehre von einer Vielzahl homöopathischer Ärzte ergänzt. Besonders bei chronischen Krankheiten erzielt sie Erfolge.
Also an alle Deutschlandhasser: Wenn Ihr unser Land so sehr hasst, dann verzichtet in Zukunft doch auf Bücher, Bier und medizinische Heilmittel! Viel Spaß!
Ich könnte hier noch weitere Beispiele aufzählen, aber es soll hier um den guten Alexander Gauland gehen. Herr Gauland ist nicht nur ein wichtiger politischer Motor der AfD, sondern auch ein politikerfahrener Mensch. Natürlich wusste er, dass seine Worte einige Leute provozieren würden. Das wirft die Frage auf: Warum provoziert Gauland?
Die Antwort: Es handelt sich um Taktik.
Die AfD-Bundestagsfraktion macht in den Ausschüssen eine gute Sacharbeit. Aber davon erfährt die Öffentlichkeit nichts. Denn die Massenmedien verschweigen differenzierte Stellungnahmen, klug formulierte Anfragen und feinsinnige Redebeiträge von AfD-Volksvertretern, während sie vergleichbare Aktivitäten der Mandatsträger anderer Bundestagsfraktionen regelmäßig der Öffentlichkeit mitteilen. ARD, ZDF, RTL & Co. würden die AfD totschweigen, falls deren Exponenten nicht immer wieder auch einmal provozieren würden.
Alice Weidel hat von Alexander Gauland gelernt. Als sie kürzlich in der Haushaltsdebatte über “Kopftuchmädchen” sprach, war der Eklat offenbar geplant. Und er funktionierte. Hätte sie nur eine kühle Debatte über Zahlen geführt, wären sie öffentlich wahrscheinlich nicht einmal als Fußnote zur Kenntnis genommen worden.
Daraus entstünde sodann beim Wähler der sachlich falsche Eindruck von Untätigkeit. Und wer wie untätig wirkt, wird nicht wiedergewählt.
Darauf können wir folgern: Ohne gelegentliche Provokationen, oder hilfsweise eine erhebliche Veränderung der deutschen Medienlandschaft, die derzeit nicht in Aussicht steht, wäre die AfD über kurz oder lang politisch weg vom Fenster.
Hinzu kommt, dass Herrn Gaulands Worte zu einem solchen keifen, zetern und brüllen der Mainstreammedien führten, dass diese sich selbst entlarven, als das was sie eben sind: Lügenpresse!
Schließlich hat der gute Mann nur die Nazis beleidigt und gesagt, dass wir ansonsten eine großartige Geschichte haben, auf welche wir stolz sein können. Daran ist nichts Falsches, aber die Mainstreammedien reagierten über und zeigten einmal mehr ihr wahres Gesicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.