Liebe Pöbel-Rapper Kollegah und Farid Bang,

ich finde, Eure Musik hat mit guter und echter Musik soviel zu tun, wie ein Fisch mit einem Fahrrad. Aber egal, die Musikgeschmäcker sind verschieden. Was aber eindeutig ist, ist der Umstand, dass Ihr zwei keine Volksverhetzung betreibt.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt gegen Euch nicht mehr weiter.

Angeblich, so der Vorwurf, seien Eure Texte antisemitisch und volksverhetzend. Trotzdem habt Ihr einen der höchsten deutschen Musikpreise gewonnen: den Echo. Für mich war das unproblematisch, weil Jahre zuvor Bushido ebenfalls gewonnen hatte. Und dem seine Rap-Texte sind nicht weniger gewöhnungsbedürftig.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf zeigt mehr Achtung vor Kunst, als die Verleiher des Echos.

Leider traurig, aber wahr: Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Düsseldorf zeigt mehr Respekt und ein tieferes Verständnis für Kunst, als es die Verleiher des Echos gezeigt haben. Nicht bloß das Linksextreme, wie Campino, der Sänger der Toten Hosen, die Bühne der Preisverleihung nutzen, um über Euch zu hetzen. Er bekam dafür auch noch viel Applaus aus dem Publikum.

Es braucht mehr Künstler mit dem Mut zur eigenen Meinung.

Der Musikpreis Echo ist verschwunden, weil die Marke Echo so stark beschädigt sei, dass „ein vollständiger Neuanfang notwendig sei.“ So die Verleiher des Preises. Diese Einstellung zeigt die Arroganz gegenüber so Genres wie dem Gangster-Rap. Man will Gangster-Rap, aber der soll bitte weichgespült sein. Man anderen Worten, man will seichten Rock und Pop. Gut, dass es Künstler gibt, die anderer Meinung sind.

Schlimm, dass wir in Zeiten leben, wo eine Staatsanwalt Musikexperten erklären muss, was Kunst ist und was nicht.

In diesem Sinne, lieger Kollegah und lieber Farid Bang, macht weiter! (Aber jetzt bitte mit Niveau.)

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Luley

http:// www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/kollegah-und-farid-bang-werden-zum-fall-fuer-den-staatsanwalt-15572594.html

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