Lieber Campino, #wirsindmehr

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Es ist Zeit für Dich!


als Sänger der Männergruppe “Die Toten Hosen”, als Unternehmer eines erfolgreichen Plattenverlages, hast du dich weit entfernt. Von mir, von uns, von denen, zu denen du einst irgendwie dazugehören wolltest.

Einst, als du mit deinen Kumpels schrill und bunt in Wohnzimmern der Bundesrepublik Spass hattet, Fernsehleute an den Rand des Wahnsinns brachtet und die Leute deine Platten aus Überzeugung kauften. Einst als Punk noch Punk war. Erinnerst du dich?

Denn Punk ist mehr, viel mehr, als saufen, rauchen und ficken – und weniger als sich die Birne mit chemischen Krams abzuballern. Punk war einst eine Überzeugung, die man mit einem Wort zusammen fassen könnte: FREI!

Punk, das war gegen das Establishment. Also gegen die Obrigkeit, gegen die Ordnungsmacht, gegen den Staatszwang, gegen die vorherrschende Meinung, gegen die Mitläufer, gegen die Nichtdenker – kurz: gegen das System.

Punk is dead: Wenn ihr Euch von Merkel und ihren Freunden vor den Karren spannen lässt, wenn ihr vom Bundespräsidenten beworben werdet und Kohle vom Staat (also Geld der Steuerzahler) bekommt, dann könnte man dies denken. Doch keine zerrissene Jeans, kein Tattoo, kein Ohrring machen Punks aus. Punks ist man – oder nicht; Punk sein ist ein Kopfding, ein Statement, eine Überzeugung. Vielleicht war der alte Fritz, der Preusse, der erste Punk:

Schliesslich nahm er die Fremden auf: Franzosen, Österreicher, Dänen. Er gab ihnen Land und ihre Religionsrechte. Er lies das Volk in seine Gärten, zumindest wenn er nicht anwesend war. Friedrich II. meinte einst  
“Die Religionen Müsen alle Tolleriret werden und Mus der fiscal nuhr das auge darauf haben, das keine der andern abruch Tuhe, den hier mus ein jeder nach Seiner Fasson Selich werden” Er war mehr Punk, als du es dieser Tage zeigst. Denn du bist derjenige, der Menschen ausschliesst, der Menschen über einen Kamm scherst – und das nicht erst seit Chemnitz. Du bist derjenige der diese deutschen Tugenden, die von Preußen aus über ganz Deutschland und darüber hinaus verbreitet wurden, mit billigen Worten auf den Müll bringst. Du bist derjenige, der bezahlt vom Steuerzahler, geleitet vom Propagandazug der Volksverwalter, die Meute aufhetzt und polarisierst. Du bist derjenige, der das Menschenrecht auf freie Sexualität, auf Leben und auf Freiheit in Frage stellst. Du bist derjenige, der die Demokratie an den Rand der Gesellschaft drückt, da du keine Meinung ausser die deinige zulässt. Du bist derjenige, der die Weiterentwicklung Deutschlands zu einem Land der Möglichkeiten, der demokratischen Kultur, stoppen willst. Du bist derjenige der Staatstreue, Hörigkeit der Systemverwalter einfordert. Ist das noch Punk?

Vielleicht warst du, als gutbürgerlich aufgewachsener Kerl, auch nie ein Punk und verstehst meine Worte nicht. Wenn du dir jedoch die Zeit nimmst und dich mit Altpunks, zum Beispiel jene aus der damaligen DDR, unterhältst, wirst du hören und spüren was Punk ehedem war – und ist. Ein eigenes Leben ohne Bevormundung. Selbstdenkend. Punks der DDR waren nicht links, nicht rechts: Sie wurden vom “realexistierenden Sozialismus” verfolgt, gedemütigt und drangsaliert. Als Staatsfeinde. 

Dieser Tage nun feierst du mit den DDR-Erben, mit der Führung der CDU – gegen die du einst aufplärrtest, weil man dein Lied zur Wahlpropaganda benutzte -, mit den Mitläufern der links-grün-antiliberalen Parteienlandschaft der BRD, mit denen, die Deutschland den Erdboden gleich machen wollen. Ist das wirklich dein Ding oder denkst du nur noch in Euroscheinen? Du stellst dich gegen Mütter, die Angst um ihre Kinder haben, gegen Väter, die Angst um ihre Wohnung haben, gegen die wirtschaftlich Schwachen in unserer Gesellschaft, die Angst haben, weil Strom und Heizung unbezahlbar wurden und behauptest gleichzeitig ein besserer Gutmensch, also richtig schick links, zu sein. Du stellst dich gegen Deutsche und deutsch gewordene, gegen Kinder und Jugendliche – und hoffst insgeheim, das diese Leute dein nächstes Konzert besuchen, den nächsten bezahlten Download laden, während du, als erfolgreicher Geschäftsmann dich selbst und deine Markennamen verkaufst und anhimmelst. 

#WirSindMehr – vom #Wir bist du weit weg, und ob #mehr oder weniger, lieber Campino, spielt keine Rolle. Ob Glasnost oder Solidarność, ob der DDR-Untergang oder Startbahn West, das Mehr sein bringt wenig. Die Überzeugung, die Tat, der Wille zählt. Auch und besonders der kritische Volkswille, denn nur der tote Fisch schwimmt mit dem Strom.

Mit Verlaub, von all diesem, kann ich bei dir und deinen Kumpanen nicht ausgehen, da ihr mit der Masse schwimmt – und baden gehen werdet. Ich glaube, so gern ich Eure alten Scheiben noch heute höre, spätestens seit Eurem Auftritt in Chemnitz, hören wir getrennte Wege. Ihr seid die Masse, Massentauglich und Staatshörig – und ich bleibe Kopfpunk und frei.

Liebe Grüsse

Ein ehemaliger Plattenkäufer.

Nachtrag:
Aber gut, Campino und seine Opel-Gang waren nicht die einzigen, die in Chemnitz die Gewalt, die Hetze herausforderten – wie die BILD herausstellt:

Wie gesagt: Unterstützt vom Bundespräsidenten der BRD! Und das Opfer? Wurde vergessen, weil es denen, die sich als #mehr fühlen, längst egal war.
Immerhin konnte man Tweets lesen, die zu mehr Morde an Deutschen aufriefen – um mehr Gratiskonzerte der linksextremen Kunstbande besuchen zu können…

Gesamt
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