Warum wird Facebook nicht verboten? – Das Goldfisch – Symptom.

Es gibt Sekunden, da schwelgt man in Erinnerungen. Als ich mich bei Facebook und Twitter eintrug, ist solch eine. Damals, 2009, als ich meine ersten Tweets in die Datenwelt sendete, las ich vor allem von Leckereien und Sonnenschein.

Meine Freunde teilten mir digital mit, was gegessen wurde, wie warm oder kalt es bei ihnen sei oder waren belustigt über Bilder aus der Tierwelt.

Doch irgendwann änderte sich die Digitalwelt – statt Katzenvideos wurden Bilder und Videos von Köpfungen versendet. Nachrichten wurden auf meiner Chronik zum Alltag. Erst waren die Orte weit weg, aber die Einschläge kamen näher. Und um so näher die Einschläge kamen, um so mehr Nachrichten wurden geteilt. Von kleinen Nachrichtenseiten, da die großen Medien davon nur ungern berichteten.

Heute lese ich täglich von Axtschwingern und andere Gewalttäter, von Vergewaltigern, Mördern und Betrügern. Demgegenüber erklären mir polizeiliche Statistiken, das das alles nur halb so schlimm wäre und eigentlich kaum da wäre.

Stattdessen aber, so erklären es mir die Hauptnachrichten immer wieder, steigt der Hass. Vor allem in den sogenannten sozialen Medien. Hass, Hetze und Fakenews, ein neuer Begriff den die Medienmacher erfanden um ihre Nachrichten als alleinige Wahrheit darstellen zu können.

Und die BRD reagiert: Facebook und Twitter müssen Hassrede erkennen, und böse Buben und Mädels sperren. Unterstützt werden sie dabei von einer Ex-Stasi-Mitarbeiterin und anderen Gefolgsleuten, die freie Meinungsbildung unterdrücken wollen. Dazu gehört auch der Ex-Zensurminister und heutige unscheinbare Aussenminister Maas.

Dabei hätte man einfach den Stecker ziehen können. China könnte als Vorbild dienen, man muss ja nicht gleich nach Nordkorea schauen. Zumal die BRD seit einigen Jahren das Internet zensiert, da wäre eine Facebook- und Twitter-sperre kaum noch aufgefallen. Und doch traut sich niemand heran und man machte lieber Google das Leben schwer. Denn über Google findet man ja die anderen Nachrichten und ihre Quellen.

Warum also entschied man sich gegen das Abschalten der SM – eine Abkürzung der sozialen Medien, die irgendwie passend erscheint, steht doch SM auch für Sado Maso-?

Solange sich die Nutzer im Netz mit Hass bewerfen, sich aufregen und irgendwelche Onlinepetitionen unterschreiben, solange ist die Gefahr für deutsche Gelbwesten gering. Keiner geht auf die Strasse, ausser für Gewerkschafts- und Parteiideologie. Für die Obrigkeit beugt sich der Deutsche immer noch gern. Für sich selbst, seine Zukunft jedoch belässt er es mit teilen und liken. Er fühlt sich als Aktivist bereits, wenn er retweetet.

Solange es also Facebook gibt, kann Merkel – und ihr Nachfolger – aufatmen. Und Nahles kann weiterhin, wie Altmeier, blödsinn verzapfen. Aber eben digital, wo es keinem wirklich wehtut. Digital, weil hier die Aufmerksamkeitsspanne bei wenigen Sekunden liegt. Eben wie bei einem Goldfisch.

Und so schwimmen wir weiterhin im Glasbecken. Schauen raus und vergessen, das wir beschränkt sind und werden.

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