Kim Falkenberg – Schwarzer Wind

Romowe berichtet:
Eine neue Kurzgeschichte vom Lüneburger Romoweautor Kim Falkenberg – gratis und bestimmt nicht umsonst: Es passiert ungefähr alle hundert Jahre. Dann wird hier bei uns an der Nordseeküste der Wind stärker, geht in einen Sturm über und nimmt derartig an Schärfe an, dass man gut beraten ist, sich einzuschließen, das Haus nicht zu verlassen und den Holzofen anzufeuern. Natürlich, und das ist das Wichtigste, sollte man auch genug Vorräte an Nahrung, Wasser und vor allem an Brennmaterial im Haus haben. Das Gefährliche an diesem Wind ist nicht, dass er so windig ist, sondern dass er so kalt ist. Er nimmt Temperaturen bis zu minus vierzig Grad an. Durch die Schärfe und die Heftigkeit des Windes, man kann es schon, ohne zu übertreiben, als einen Sturm bezeichnen, wird dieser Wind in freier Natur zu einer tödlichen Falle. Nun kommt dieser Wind immer im November, wenn es anfängt, draußen schon kalt zu werden, aber dieser Wind ist derartig kalt, dass man sehr schnell erfrieren würde, wäre man ihm in freier Natur ausgesetzt. Selbst mit gefütterten Winterjacken und dicker Kopfbedeckung ist so mancher schon ums Leben gekommen. Daher der Name Schwarzer Wind, weil er den Tod bringt. Der letzte Sturm dieser Art war im Jahre achtzehnhundertvierundsiebzig und damals kamen nicht mehr ganz so viele Menschen ums Leben, wie in den Stürmen davor, aber ich weiß noch aus Erzählungen, dass mindestens drei Einwohner bei uns starben, darunter ein Obdachloser. Es war ganz furchtbar. Eine schwangere Frau, sie war um die neunzehn Jahre alt, sammelte gerade Holz für den Ofen, als der schwarze Wind sie überraschte. Dieser schwarze Wind ist also nicht nur tödlich, er ist auch heimtückisch. Er kommt mit einer derartigen Geschwindigkeit und mit einer überraschenden Wucht auf Land und Leute zu, dass den Betroffenen kaum noch Zeit bleibt, ein rettendes Haus zu erreichen. Es ist auch schon vorgekommen, dass Menschen an fremde Haustüren geklopft haben, die Bewohner aber derartig verängstigt waren, dass sie Tür nicht geöffnet haben. So erfroren so manche Menschen vor der Haustür derjenigen, bei denen sie Unterschlupf zu suchen geglaubt haben. Die Meteorologen, Wetterforscher und selbst internationale Raumforscher konnten dieses Wetterphänomen nicht erklären und sie können es heute immer noch nicht. Man weiß zum Beispiel nicht, wie dieser Wind so plötzlich entsteht. Da er mit einer ungeheuren Geschwindigkeit, sowie Unvorhersehbarkeit auf die Erde trifft, ist es den Menschen hierzulande bis heute ein Rätsel. Auch, dass der Wind mit so…
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