Verfrühter Frühjahrsputz mit der AfD

Stellen wir uns kurz vor, wir reinigen unsere Wohnung. Also Frühjahrsputz, gänzlich konservativ: Mit Staublappen, Wedel, Staubsauger und Wischtücher. Was passiert?

Wir heben Flaschen, Bücher und Staubfänger an, stellen Stühle und Tische um und putzen. Den Müll entfernen wir und stellen alles wieder zurück. Wir putzen die Fenster, Fensterbänke und die Böden, nachdem wir diese leergeräumt haben. wer mag arrangiert Frühlingsgestecke und entfernt den Winterschmuck. Das ist Frühjahrsputz. Er tut uns gut, weil die Reinigung des Wohnumfeldes uns gut tut. Und doch bleibt die Wohnung die gleiche. Keine Mauern wurden verschoben, kein Fenster umgebaut – und doch ist unsere Wohnung anders …

Dieses frühjährliche Ritual kann man in die Politik umsetzen:

Einige Parteien wollen das alles so bleibt. Man will den Staub nicht aufwirbeln, denn darunter könnten Risse oder die Ablagen der letzten Jahre zu sehen sein. Andere Parteien wollen Aufräumen, den Dreck wegräumen und das Fenster putzen, um wieder eine Klarsicht zu erhalten. Jedoch wollen diese Parteien auch keine Abschaffung des Landes, vielleicht will man jedoch – um bei unserem Beispiel zu bleiben – Tische rücken, neuen Schmuck aufstellen und Regale neu bestücken. 

Nach Überzeugung der Bundesregierung und des Verfassungsschutzes ist Regale neu einordnen, Bücher sortieren und Müll wegräumen gleichzusetzen mit dem Umbau des Hauses. Ja – man vermutet, wer den Tisch zur Schmutzentfernung umstellt, der ändert gleich den Grundriss und die Statik des Hauses. Anders ist der Verfassungsschutzentscheid zur AfD kaum zu verstehen.

Doch wer Änderungen will, kann an dem Alten nicht festhalten. Ich kann den Staub nicht liegen lassen, wenn ich eine saubere Wohnung will. Und – ich muss keine Mauern verschieben, wenn ich den Tisch umstelle. Für den Verfassungsschutz grenzt jener Frühjahrsputz aber bereits an einer Störung der Grundordnung. Was durchaus stimmen kann: schliesslich werden Mäuse und Ratten aufgescheucht, die vor Schreck die Wohnung, vielleicht sogar das Haus verlassen. Es könnte sogar sein, das unter den dicken Staubschichten uralte Dreckflecken auftauchen, die man bisher gut überdecken konnte – und das beim Fensterputz plötzlich sogar Besucher hinausblicken können. Und eben jenes könnte zur Gefahr werden. Nicht für den Bewohner, aber für eben jene, die sich unter dem Schmutz wohlfühlten, sich laben konnten.

Kurz gesagt: Der Hausfrau AfD wird das richtige Wischen verboten, damit keiner Sehen kann, das der Dreck auf dem Boden festgeklebt ist. Dabei waren die Deutschen einst verschrien: Als Saubermänner.

Aber wir waren einst auch das Land der Dichter und Denker, das Land der Ingenieure … heute sind wir das Land des BER, das Land der kaputten Brücken, das Neuland in der Digitalisierung. Aber mit einer schicken Staubschicht. Glück auf!

Gesamt
5 von 5 Sternen bei 3 Abstimmungen.
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