Provinz Fürstentum Neuenburg

Geschichtliches:

Das alte Wappen des Kantons und Fürstentums Neuenburg (bis 1848) bzw. der Grafen von Neuenburg (Urheber der Grafik sidonius)

Das alte Wappen des Kantons und Fürstentums Neuenburg (bis 1848) bzw. der Grafen von Neuenburg (Urheber der Grafik sidonius)

Mit dem Tod der kinderlosen Fürstin Marie de Nemours (1625–1707) am 16. Juni 1707 erlosch die über zwei Jahrhunderte währende Regentschaft des Hauses Orléans-Longueville über Neuenburg. Unter den 15 Bewerbern um die fürstliche Herrschaft in Neuenburg wurde nicht der Fürst François von Conti, der «grosse» Conti, Cousin Ludwigs XIV. und vormaliger Konkurrent Augusts des Starken um die polnische Krone, gewählt, sondern der namentlich von Bern favorisierte preussische König Friedrich aus dem Hause Hohenzollern.  Nach langen Verhandlungen, an denen sich auch der Philosoph, Wissenschaftler und Diplomat Gottfried Wilhelm Leibniz mit einer Staatsschrift beteiligte, erfolgte am 3. November 1707 die förmliche Anerkennung der Rechte Friedrichs und seiner Erben an Neuenburg, die fortan auch den Titel «souveräner Fürst von Oranien, Neuchâtel und Valangin» führten. Ludwig XIV. erkannte ihn 1712 im Frieden von Utrecht ebenfalls als Fürsten von Neuenburg an, wodurch der Streit um Neuenburg einstweilig beigelegt war. Die preussischen Könige regierten das Fürstentum durch Gouverneure, die ihren Sitz entweder im Schloss von Neuenburg oder in Berlin hatten. Sie gewährten dem Fürstentum alle bisherigen Rechte und Freiheiten und mischten sich nur selten in die inneren Angelegenheiten ein. Die Preussen wirkten im Sinne einer Justizreform und forderten die Abschaffung der Folter. Unter dem Schutz der Krone Preussens begann in den Neuenburger Landen der wirtschaftliche Aufschwung. Aus Bauernhöfen entstanden Manufakturbetriebe. Nachdem 1742 erste Versuche, in Neuenburg eine Akademie oder Hochschule zu gründen, gescheitert waren, gründete Friedrich Wilhelm III. mit Kabinettsorder vom 17. März 1838 die Académie, aus der 1909 die Universität Neuenburg hervorging. In diese Zeit fällt auch die Gründung der Freimaurerloge «Zu den drei Adlern» 1742 durch Freimaurer der Grossen National-Mutterloge «Zu den drei Weltkugeln». Ende 1763 kam Jean-Jacques Rousseau auf der Flucht vor der Verfolgung durch die katholische Kirche in Frankreich und durch die protestantischen Herren in Genf und im Kanton Bern nach Neuenburg, wo ihm der Gouverneur George Keith in Abstimmung mit dem preussischen König Friedrich II. in Môtiers Asyl gewährte. 1765 wurde Rousseau jedoch auf Druck der Neuenburger Pastorengesellschaft, der Vénérable Classe ou Compagnie des Pasteurs, gezwungen, das Land wieder zu verlassen. Im Jahr 1792 proklamierte Neuenburg, «hauptsächlich schweizerisch» zu sein. Es begab sich im Hinblick auf den zwischen Preussen und Frankreich bestehenden Kriegszustand 1793 unter den schützenden Mantel der Eidgenossenschaft. Heute heisst die Region amtlich République et Canton de Neuchâtel ( schweizerdeutsch Nöieburg). Das Kürzel ist NE und  ist ein Kanton in der Romandie, dem frankophonen Landesteil der Schweiz und zählt zur Grossregion Espace Mittelland und zur Hauptstadtregion Schweiz.

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