Kommt jetzt die Höcke – Pegida – Partei?

Björn Höcke, geboren 1972, beurlaubter Gymnasiallehrer und Sprecher der AfD-Thüringen sowie Fraktionsführer seiner Partei im Landtag, steht derzeit unter Beschuss. Nach seiner Rede in Dresden, vor ausgewähltem Publikum, innerhalb einer Veranstaltung der Jugend Alternative, wird ihm Antisemitismus und eine rechts-extreme Denkweise vorgeworfen. Allen voran rufen nun Politiker, wie Heiko Maas, Bundesinnenminister (sic!), nach Recht und Gesetz. 

Doch Björn Höcke ist ein kluger Kopf. Wahrscheinlich ging es ihm weder um Das Recht, die Rechte, noch um Maas – es ging nicht um den Schandfleck deutscher Geschichte, deutscher Denk- oder Mahnmale, es geht um die Vorbereitung zur Bundestagswahl 2017.

Wer nun hofft, es gehe ihm um Wählerstimmen, der macht es sich zu einfach. Lassen Sie uns folgende Theorie aufstellen: Höcke wollte seinen innerparteilichen Kritikern etwas entgegensetzen. Die Antwort kam prompt. Frauke Petry und Marcus Pretzell reagierten: barsch, uninformiert und eigennützig. „Belastung für die Partei“ schrieb Pretzell über Höcke und die AfD verteilt die rote Karte:

Nun gut, nicht die AfD an sich. Aber erstaunlich viel AfD-NRW, AfD-West, stecken hinter der roten Karte:

Bilder Facebook – AfD

Von Gauland, Poppenburg oder selbst Meuthen war wenig oder sogar Zustimmung zu hören. Die AfD zeigt endlich, was sie ist. Gespalten, uneins.

Hierin könnte die Taktik von Höcke liegen. Nun, nach der zu erwartenden roten Karte, kann Höcke in den Kampf gen Petry und Petzell, gegen die “West-AfD” einsteigen. Die Vorlage zum Streit gaben die “Rote Karte”-Versender.

An diesem Punkt gibt es zwei Möglichkeiten: die liberal-konservativ-national eingestellte Linie gewinnt oder verliert. Bei einem Sieg ist es eindeutig: die AfD tritt als das an, was man im Namen hat: als Alternative, statt als Mitläufer. Sollte Höcke verlieren, so kann er einen weiteren Zug unternehmen. Seit langem wünscht sich die PEGIDA-Basis eine echte Führung und seit einer gefühlten Ewigkeit verlangt man nach einer eigenen Partei als Basis für weitere Schritte. Dies könnte Plan B werden. Höcke und die Pegida-Partei.

Allerdings wird man Bachmann dort weniger finden. Für eine erfolgreiche Parteiarbeit gäbe es bessere Köpfe. Zum Beispiel die, die Höcke durchaus mitziehen könnte – den Osten der Partei, aber auch Niedersachsen oder den Südwesten. Einzig Hamburg und NRW wären trotz Spaltung in der “PPP” Petry/Pretzell-Partei zu finden. Und Höcke hätte weitere Unterstützung, die ihn allerdings bremsen, wenn nicht sogar ausbremsen könnte.

So träumt der politische Aktivist Götz Kubitschek von einer neuen politisch rechten Agenda. Er ist den PEGIDA-Spaziergängern als Redner bekannt, den Publizisten und Verlagen als Mitveranstalter des “zwischentags” und als Initiator und Kontaktperson des Vereins “Ein Prozent für unser Land” vielen Denkern bekannt. Durch seine Aktivitäten auch innerhalb der “Identitären Bewegung”(IB) ist es nicht unwahrscheinlich, dass er Personen, wie Martin Lichtmesz oder Jürgen Elsässer begeistern könnte.

Dabei ist bei Elsässer kaum Überzeugung nötig. Der Ex-Kommunist, Ex-Marxist und Erfinder der “Antideutschen” Bewegung, steht heute dem nationalen und konservativen Flügel der AfD sehr nahe. Als Chefredakteur des umstrittenen Compact-Magazins moderierte er Veranstaltungen, redete auf Pegida und leitete diverse Livestreams zur Wahlberichterstattung mit Schwerpunkt AfD. Immer wieder gern dabei: Höcke.

Einzig der Dieter Stein könnte sich abwenden. Da seine Wochenzeitung “Junge Freiheit” immer öfter als Parteizentralorgan der AfD unter Petry auftrat, wäre eine Zusammenarbeit an dieser Stelle gefährlich. Ebenso gefährlich, dennoch denkbar, eine Zusammenarbeit mit dem Ex-Chef der Partei “Die Freiheit”. Eine pro-amerikanisch, pro-israelisch, pro-deutsche Partei, die sich selbst aufgab. Der letzte Bundesvorsitzende der Freiheit und ehemaligen CSU-Mitglied Michael Stürzenberger ist in Bayern über Dresden bis in den hohen Norden, bis nach Holland (Geert Wilders, PPV) bekannt. Durch das Portal pi-news erreicht man mehrere tausend Nutzer täglich. Allerdings war Stürzenberger in den eigenen Reihen umstritten – vor allem in NRW. Die pro-israelische Ausrichtung der Partei war ehedem das Problem für die Deutsch-Rapperin Dee Ex, die die Jugendorganisation der Freiheit aufbauen sollte, es aber dann unterlies.

Spannend wäre die Frage um Tatjana Festerling und Melanie Dittmer. Festerling und Dittmer – von der PEGIDA Dresden vergrault und gedemütigt, teilweise in einem Rosenkrieg verwickelt, die einer Tele-Novela nicht besser darstellen könnte. Von der Bürgermeisterkandidatin über Porno bis zum Smartphone. Welche Wahrheit dabei zählt, ist unerheblich. Viele schauen dem gegenseitigem Abschlag zu und kauen dabei Popcorn. Doch gerade diese Frauen könnten Höcke das Gewicht bringen, was er benötigt, um den rechten, den wert- und national- konservativen Flügel, Weg zu begeistern, der sich bisher bei pro-israelischen Verbänden zurückhielt.

Höcke müsste sich also entscheiden – zwischen schnellem Erfolg, mit Elsässer, Stürzenberger und dem langsamen, aber vielleicht wirksameren Weg, mit Dittmer, Festerling und der PEGIDA-Basis. Hier lauert auch die Gefahr, denn beide Wege könnten ihn stürzen lassen. Pegida-Partei hin oder her. Doch solange Petry die Macht in der AfD halten kann, läuft es, wie seinerzeit bei Lucke, zu einer Trennung hinaus. Eine Trennung, die der Politelite der BRD gefallen wird. So würden die AfD-Stimmen aufgeteilt. Wer jedoch etwas weiter in die Zukunft denkt, könnte den Gedanken erhaschen, dass Höcke weiter denken will – und vielleicht sogar Deutschland ändern und in die Zukunft führen möchte. Ähnlich wie ein Trump in Amerika. Nur eben als beurlaubter Lehrer statt Milliardär. Allerdings mit der gleichen hämischen deutschen Presse.

 

Gesamt
0 von 5 Sternen bei 0 Abstimmungen.
Deine Bewertung:

3 Replies to “Kommt jetzt die Höcke – Pegida – Partei?”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.